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Wird Facebook sozial? – Suizidprävention über’s soziale Netz

Mit einer aktuellen Neuerung tut das umstrittene Netzwerk diesmal zumindest etwas Gutes für seine Mitglieder. Allerdings bisher nur in Kanada und den USA.

Wie welt.de berichtet, hat Facebook in Zusammenarbeit mit der Nationalen Suizidprävention Lifeline eine Funktion entwickelt, die es Facebook-Freunden einfacher macht, auf Selbstmorddrohungen zu reagieren. Wenn ein Freund einen Verdacht meldet, wird dem Suizidgefährdeten automatisch eine E-Mail mit einer Notfall-Hotline und einem Link zu einem Beratungschat geschickt.

In Deutschland gibt es diese Funktion bisher noch nicht. Hier finden Freunde  lediglich Links zu entsprechenden Organisationen und ein Formular, mit dem man sich in einem solchen Fall an Facebook wenden kann. Die neue Funktion wäre deshalb auch hier wünschenswert, da sie ganz unkompliziert konkrete Hilfe für Suizidgefährdete anbietet. Und: Auch für die oft nur flüchtig bekannten Facebook-Freunde wird durch die komfortable Funktion die Hemmschwelle niedriger, Drohungen zu melden. Denn leider werden Suiziddrohungen in sozialen Netzen noch viel zu häufig ignoriert.

Das (un?)soziale Netz

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Freunden gemeinsam bei einem gemütlichen Abend zusammen und plötzlich fängt eine/r aus der Runde an zu erzählen, dass er/sie sich mit Selbstmordgedanken trägt. Natürlich wären Bestürzung und emotionale Anteilnahme groß und natürlich würden Sie unverzüglich versuchen, demjenigen nach besten Kräften zu helfen. Schließlich sind sie ja Freunde.

Dass Freundschaften in der Online-Welt nicht unbedingt denselben Stellenwert haben wie in der “realen” Welt sollte jedem klar sein, der sich schonmal in einem Sozialen Netzwerk bewegt hat. Der Begriff “Freund” wird oftmals inflationär genutzt, um “Kontakte” zwischen Nutzern zu beschreiben, die mit einer echten Freundschaft wenig gemein haben. Der oft beschworene “soziale” Charakter des Netzes ist zwar unbestreitbar vorhanden, aber ebenso wie der Begriff des “Freundes” wird dem Wort “sozial” im Netz eine andere Bedeutung zuteil. Wie unlängst bei Spiegel Online zu lesen, passiert es (wahrscheinlich nicht nur bei facebook) in Sozialen Netzen, dass auf Ankündigungen von z.B. Selbstmorden bei weitem nicht im gleichen Maße reagiert wird, wie es im “realen” Leben der Fall wäre. Der fehlende direkte persönliche Bezug zur betreffenden Person, die fehlende “Nähe” zueinander und vielleicht auch das Vertrauen darauf, “dass bestimmt einer der anderen das Richtige tut”, könnten Gründe dafür sein, dass im geschilderten Fall niemand die Polizei oder einen Notarzt alarmierte. facebook bietet Funktionen, um Sorgen und Nöte zu berichten, Hilfe zu organisieren und Tipps zu bekommen, wie man sich selbst verhalten sollte. Dabei wird u.a. auf Organisationen wie “Samaritans” verwiesen, die in diesen Fällen als Ansprechpartner fungieren. Die Mittel sind da, die Netzcommunity muss sie nur nutzen.

Ein Soziales Netzwerk funktioiert nur dadurch, dass jeder Teilnehmer daran sich ebenfalls sozial verhält. Was nützen mir 1000 “Freunde” bei facebook, wenn niemand davon bereit wäre mir zu helfen, wenn ich es wirklich brauche?

Freunde fürs Leben

Der Verein “Freunde fürs Leben” mit Sitz in Berlin bietet einen WebTV-Kanal, auf dem Prominente mit Statements zu Themen wie Krisen, Depressionen und Suizid zu Wort kommen.

Im folgenden Clip besucht Moderatorin Vanessa Petruo (ja, die von den No Angels) die Beratungsstelle NEUhland in Berlin.

(Quelle)

Mehr Clips mit Promis wie Markus Kavka, Klaas Heufer-Umlauf oder Simone Hanselmann und weitere Informationen finden Sie direkt bei frnd.tv. Eine sehr interessante Seite mit wissenswerten Informationen, Links zu Beratungsstellen und einigen Selbsttests wartet auf Sie.