Tag Archiv für soziale netzwerke

Was macht eigentlich StudiVZ?

Alle reden von Facebook und Google+, aber was ist eigentlich mit dem guten alten StudiVZ? Die Nutzer verlassen das Netzwerk wie die sprichwörtlichen Ratten das sinkende Schiff und entern die moderneren Versionen. Aus Faulheit bleiben viele aber als Karteileichen zurück. Auch bei mir ist das ähnlich. Studi benutze ich nur noch für die Kommunikation mit Freunden, die noch nicht bei Facebook sind – und das werden immer weniger.

Auch wenn medial von allen Seiten auf Facebook eingedroschen wird (meist zu Recht!), irgendetwas scheint es ja richtig zu machen… oder studi falsch. Denn StudiVZ hatte, als Facebook zu uns rüberschwappte, sehr wohl eine Chance, seine Nutzer zum Bleiben zu bewegen. Denn die meisten führten zunächst parallel ein Profil auf beiden Netzwerken. Ich persönlich schätze studi nach wie vor wegen weniger (offensichtlichem) Datensammeln und mehr Übersichtlichkeit. Doch jetzt, wo auch die letzten meiner Freunde zu Facebook übergesiedelt sind, habe ich mehr und mehr das Gefühl bei StudiVZ Selbstgespräche zu führen. Auch VZ-Geschäftsführer Clemens Riedl gesteht ein, dass die Rückholung von ehemaligen Nutzern aussichtslos ist.

„Wir glauben nicht, dass die Nutzer von Facebook zurückkommen. Wir müssen uns auf die konzentrieren, die noch da sind.”

Deshalb wollen sich die Netzwerke – denn genau genommen sind neben studivz ja auch noch meinvz und schülervz betroffen – künftig eine Nische suchen, die die Konkurrenz noch nicht besetzt hat. Diese Nischenpolitik hat studi aber schon einmal verfolgt und mündete in der Aufsplittung von studi in die drei Netzwerke. Was sich nicht bewährt hat – wie man heute sieht.

Konsequent und professionell umgesetzt, könnte dies aber tatsächlich funktionieren. Doch was das Unternehmen bisher von seinen Neuerungen verraten hat und was man momentan selbst im Netzwerk testen kann, zeigt wenig Innovation (jeder User kann zur Zeit zwischen alter und neuer Version wechseln). Farblich  wurde von orange in sterileres weiß-rot gewechselt, Gruppen heißen nun Themen. Auffällt, dass studi sich an mehr Interaktion à la Facebook versucht, so bekommt man interessante Themen und Personen vorgeschlagen und es gibt einen Gruppenchat.

Ob sich SudiVZ neu positionieren kann, wird sich zeigen. Facebook hat aber einige klare Vorteile: innovative Technik und Internationalität. Zwar empfinde ich die ständigen technischen Neuerungen als eher störend…  die Internationalität ist aber der Grund, weshalb ich überhaupt zu Facebook gewechselt habe: Ich kann mit Menschen aus aller Welt Kontakt halten und sogar spontan mit Freunden aus Kenia auf Kiswahili chatten.

Trotz allem hat StudiVZ einen klaren Vorteil, den es zu nutzen gilt. Das schlechte Image von Facebook dank freizügiger Datenweitergabe. Der Konkurrent gerät momentan mehr und mehr in’s Fadenkreuz von Datenschützern, muss sich vor Gericht verantworten und viele Nutzer sind zumindest etwas vorsichtiger geworden. Wenn StudiVZ es schafft, sich ein Anti-Datenverkauf-Image zuzulegen statt auf die plumpe und nicht erfolgversprechende Nachmache von Facebook zu setzen, hätte es reelle Chancen, neue, skeptische Mitglieder anzuwerben oder gar zurückzuholen.

Und noch etwas zum Schmunzeln: Angesichts der aktuellen Facebook-Kontroverse wirkt ein Artikel der taz von 2007 über das böse StudiVZ und seine Gefahren unfreiwillig komisch: Vom StalkerVZ zum StasiVZ

Datenschutz für Arbeitnehmer

So manche Fernsehsendung hat in den letzten Monaten und Jahren darauf hingewiesen, dass das Einstellen privater Informationen in soziale Netzwerke wie facebook mittlerweile häufig Einfluss auf den Ausgang einer Bewerbung bei einem Unternehmen haben kann. Viele, gerade junge Menschen, sind sich der Risiken von sozialen Netzwerken nicht bewusst und sind dementsprechend peinlich berührt, wenn der potentielle Arbeitgeber Fragen nach Fotos von feuchtfröhlichen Parties stellt, die er öffentlich zugänglich beispielsweise bei StudiVZ entdeckt hat.

Damit soll nun Schluss sein, wie heise.de schreibt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf des Innenministeriums liegt vor.

So darf ein Arbeitgeber künftig keine Daten mehr aus sozialen Internet-Netzwerken wie Facebook erheben, um sich über den Kandidaten zu informieren.

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In Facebook sterben oder vorher austreten?

Den Artikel “Verstorben in Facebook” fand ich sehr interessant, weil sich daran zeigt, an was man alles denken muss, wenn man eine neue Sache anfängt. Aber nimmt man die Leute eigentlich noch ernst, wenn diese Folgen diskutiert werden? Jeder ist doch selbst verantwortlich für seinen Auftritt, egal wo. Und wenn ich einem Verein oder einer Partei beitrete und ich habe es nicht rechtzeitig vor meinem Ableben geschafft die Mitgliedschaft zu beenden, wer meldet mich dann nach meinem Tod ab?

Da finde ich doch einen anderen Artikel “Ich habe auf einmal sehr viel Zeit”: Katharina sagt den Netzwerken tschüss aus jetzt.sueddeutsche.de insofern ganz bemerkenswert, weil hier auch eine andere Seite der Netzwerke diskutiert wird. Katharina hat mit einem Klick alle ihre Identitäten in den Netzwerken gelöscht. Sie begründet es mit “Ermüdungserscheinungen”. Und Sie hat natürlich Recht, wenn sie sagt, dass sie “auf einmal sehr viel Zeit” hat. Ihre Motivation hingegen, in den Netzwerken Mitglied geworden zu sein, ist das Problem, dass letztlich zu ihrem Austritt führt: Weil alle drin sind, muss ich auch reingehen! Als Dauermotivation ist das zu wenig und Beziehungen kann man so auch nicht pflegen.

Und ich denke, dass die sozialen Netzwerke auch nicht für jeden der richtige Weg ist, seine Kontakte zu gestalten. Auch früher haben verschiedene Menschen unterschiedliche Medien und Kommunikationsmöglichkeiten genutzt. Nicht alle haben Briefe geschrieben und jeder telefonierte gerne.

Also ich werde den Netzwerken rechtzeitig vor meinem Tod tschüss sagen oder noch besser: ich könnte auch in den Netzwerken tschüss sagen. Wo erreicht man sonst so viele Leute mit so wenig Aufwand? Hoffentlich schaffe ich es, dann noch rechtzeitig meinen Account zu löschen.

Ich möchte auf jeden Fall nicht auf dem 1. deutschen virtuellen Internet-Friedhof enden mit virtuellen Gräbern und Kondolenzbüchern. Oder ist das jetzt die neue Wirklichkeit von “ewigen Leben”?

Kampagne zum Datenschutz in Sozialen Netzwerken

Unter Schirmherrschaft der Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner läuft derzeit einen Kampagne mit dem Namen “Watch your Web”, die sich speziell an Jugendliche und deren Umgang mit den Neuen Medien richtet.

Die Kampagne wird mit Videoclips im Netz präsentiert, einen davon finden Sie hier. In diesem Clip geht es um Dinge, die man dem Netz anvertraut und die auch Jahre später noch so einiges über das eigene Vorleben verraten können.

(Quelle)

Auf der Seite finden sich neben vielen nützlichen Informationen auch einige sehr hilfreiche Tutorials, die aufzeigen, wie man sich auf bekannten Plattformen wie Studi/SchülerVZ, Facebook oder youtube vor unerwünschter Weitergabe privater Daten schützen kann.