Tag Archiv für privatsphäre

Daten-Super-GAU bei der UNESCO

Wann immer in den (deutschen) Medien Berichterstattung zu den Themen Privatsphäre und Datenschutz stattfindet, sind facebook, Google & Co. nicht weit. Ob unfreiwillige Freigabe privater Daten oder vermeintliches Ausspionieren des eigenen Wohnsitzes, sobald sich facebook oder Google eine datenschutzrechtliche Blöße geben, steht nicht nur Frau Aigner auf dem Plan. Wie unlängst bei Sony kommt es immer wieder zu Datenpannen, mal mehr mal weniger schlimmen Ausmaßes. Das Netz nennt solche Vorfälle einen “epic fail”, grob übersetzt in etwa “katastrophaler Fehler”.

Genau das ist es, was sich die Unesco geleistet hat. Komplette Bewerbungen potentieller Mitarbeiter aus der ganzen Welt waren quasi für jeden öffentlich einsehbar, inklusive privater Daten wie Handynummern, Wohnadressen und Lebensläufen. Technisch gesehen sind dabei ähnliche Datenarten betroffen, wie manche sie auch in Soziale Netzwerke einstellen (xing zum Beispiel baut auf berufliche Informationen, facebook speichert gern auch Handynummern etc.). Ein entscheidender Unterschied ist die Dimension des Vorfalls, denn die Unesco ist nicht irgend eine Firma mit Sitz in Kalifornien, sondern eine hochoffizielle, weltweit agierende, anerkannte Organisation. Wo wenn nicht hier sollte man das absolute Höchstmaß an Datenschutz erwarten dürfen? Damit scheint es leider nicht allzu weit her zu sein, denn offenbar waren die Datensätze mit den Bewerbungen für jeden registrierten Bewerber mit einem Mindestmaß an technischen Kenntnissen einsehbar. Und die Rede ist hierbei nicht von ein paar Dutzend Bewerbungen, sondern von schätzungsweise mehr als einer Million.

Hier von Schlamperei zu sprechen, greift deutlich zu kurz. Schlamperei wäre es, wenn eine eigentlich geschlossene Tür für eine Weile offen gestanden hätte, weil irgendwer vergessen hat abzuschließen. Es macht im Falle der Unesco aber den Eindruck, als hätte es nicht mal eine Tür gegeben, sondern allenfalls einen Vorhang, den jeder halbwegs technisch Bewanderte leicht zur Seite schieben konnte. Bereits bei der Planung einer Datenspeicherung muss der Schutz der sensiblen, personenbezogenen Daten alleroberste Priorität haben, was hier ganz offenbar nicht berücksichtigt wurde.

Auch wenn im Artikel auf SpOn darauf hingewiesen wird, dass das “Missbrauchspotential” der Daten recht gering sein, sollte dies in keinem Fall darüber hinwegtäuschen, dass ein Fall wie dieser keine Bagatelle ist. Von der “Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur” muss man in Sachen Datenschutz deutlich mehr erwarten dürfen.

“Post-Privacy” oder “Ist Datenschutz ein Thema von gestern?”

Ja, ich bin privat bei facebook, twitter, formspring, xing und Reverbnation aktiv und blogge nebenbei auch noch. Zum Teil unter meinem “bürgerlichen” Namen, zum Teil nicht.

Heißt das, dass es mir egal ist, was mit den Informationen geschieht, die ich online veröffentliche? Natürlich nicht, aber ich gehe die Sache von einer anderen Seite an: ich mache mir keine Sorgen darüber, was mit den von mir veröffentlichen Informationen geschieht, sondern ich mache mir im Vorfeld Gedanken darüber, was ich überhaupt ins Netz stelle. Vielleicht muss der Begriff “Datenschutz” in einigen Regionen des Netzes auch langsam an die Realität angepasst werden. Sobald ich (freiwillig) Daten welcher Art auch immer ins Netz stelle, egal auf welche verschlüsselte, versiegelte und zertifizierte Website, muss ich davon ausgehen, dass diese Daten de facto öffentlich verfügbar sind. Alles andere wäre Augenwischerei. Ist das ein Problem? Mitnichten, denn jeder einzelne sollte, nein: muss!, dafür Sorge tragen, dass zumindest der Teil der Informationen über die eigene Person, den man selbst beeinflussen kann, nur Dinge enthält, die bei einer versehentlichen Weitergabe in den öffentlichen Raum keine Gefahr darstellen.

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Schützen Sie Ihre Daten bei facebook

Facebook kommt momentan nicht aus den (negativen) Schlagzeilen heraus. Dabei ist es nicht so, dass man eigene Inhalte nicht vor dem Zugriff anderer User effektiv schützen könnte, die Einstellungen dazu sind lediglich teils gut versteckt und teils schwer zu verstehen.

Hier finden Sie ein hilfreiches und informatives Video, das von de Facebook-Gruppe “Facebook Privacy Control – NOW!” und www.datenschutz-ist-buergerrecht.de bereitgestellt wird und Ihnen erläutert, wie Sie mit einigen Mausklicks Ordnung in den Datenschutzdschungel bei facebook bringen können.

Anonym im Netz sind wir noch lange nicht…

Es ist Montag morgen, ich schalte den Rechner an und rufe die erste Webseite auf und schon hinterlasse ich wieder eine Spur im Internet. Firewall, Proxyserver, Verschlüsselung und … und anonym ist es noch lange nicht.

Denn jede Webseite die wir aufrufen bedingt auch die Übergabe von Informationen über uns, die im Zweifelsfall auch identifizierbar sind. Angefangen von der IP-Adresse des Computers, den ich gerade benutze, den sie ist eindeutig und verifizierbar. Aber es geht weiter, meistens lässt sich auch der Einwahlkontenpunkt über den ich Online gehe für jeden nachvollziehen, welchen Browser ich verwende, welche Seite ich zuvor besucht habe und welche Plugins installiert sind, etc. Kaum zu glauben aber wahr!

Überprüfen Sie doch mal Ihre Anonymität.

Aber da die Problematik bekannt ist schafft das Internet Weiterlesen »