Tag Archiv für kinder

…sag mir erst, wie alt du bist!

“Millionen Minderjährige tricksen Facebook aus” schreibt SpOn. Neuer Datenschutzskandal? Oder ein weiterer Hackerangriff? Die Titelzeile des Artikels lässt Dramatisches erwarten…

…aber es geht lediglich um die Altersangaben bei der Registrierung am weltweit größten Social Network. Und, um der Sache noch mehr Wind aus den populistischen Segeln zu nehmen, die “Minderjährigen”, von denen hier die Rede ist, sind Kinder unter 13 Jahren. 13 ist nämlich das Mindestalter, das ein Mitglied bei facebook haben muss, um sich überhaupt am Netzwerk anmelden zu dürfen. Überprüft wird das nicht. Wie auch?, möchte man fragen, bei einem weltumspannenden, in wahrscheinlich fast allen Ländern mit Internetzugang erreichbaren Netzwerk mit derzeit knapp 600 Millionen Usern. Nun gut, es gäbe sicher Mittel und Wege, aber zumindest in Deutschland verfügt ein 13-jähriges Kind nicht über ein entsprechendes Dokument zum Altersnachweis.

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“Digital Natives” oder “Digital Naives”?

“Digital Natives” (etwa: “digitale Ureinwohner”) ist ein Begriff, der für jene (junge) Bevölkerungsgruppe verwendet wird, die quasi von Kindesbeinen an mit dem Internet aufwächst. Dieser Definition nach bin ich kein Digital Native, obowohl ich mich so fühle. Ich kann mich noch an eine Zeit ohne Internet erinnern und an die ersten Gehversuche mit analogen Modems, lange bevor es das Internet in seiner heutigen Form und Breitbandanschlüsse für jedermann gab.

Ich erwarte von Ureinwohnern eines Gebiets, dass sie sich dort nicht nur bestens auskennen, sondern auch um Gefahren wissen, die in der direkten Umgebung lauern. An diesem Punkt scheinen sich “Natives” und “Digital Natives” ein wenig zu unterscheiden, wie auch im Artikel auf heise.de zu lesen ist. Dabei wird eine Studie von McAfee, Hersteller von Anti-Viren-Software, zitiert, in der 13- bis 17-Jährige US-Jugendliche befragt wurden. Derartige Studien scheinen gerade in Mode zu sein, vergleichen Sie auch hier.

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Ahnungslose Eltern

Norton, Hersteller von Sicherheitsprogrammen für PCs, hat eine interessante Studie veröffentlicht, die man allerdings zu jeder Zeit als Werbemittel betrachten muss kann. Im Kern geht es darum darzustellen, ob Eltern wirklich eine Vorstellung davon haben, was ihre Kinder so im Netz machen.

Norton gibt dabei u.a. fast niedlich anmutende Tipps, die aus dem Munde einer der bekanntesten IT-Sicherheitsfirmen beinahe naiv wirken:

Eltern können überprüfen, welche Websites ihre Kinder
besuchen, indem sie:
• die Schaltfläche ‘Verlauf’ in ihrem Browser anklicken
(Natürlich wird als zweite Methode ein hauseigenes Programm angeführt. [Anm. des Autors])

Der “Verlauf” als sicheres Indiz für Webaktivitäten? Jeder halbwegs aktuelle Browser bietet die Funktion, das Protokollieren der besuchten Websites zu unterdrücken oder bestehende Chroniken zu löschen. Es lassen sich auch gezielt einzelne Einträge finden und löschen. Mitnichten ein sinnvolles Werkzeug, zumal davon auszugehen ist, dass findige Kinder wissen, wie man den Verlauf deaktiviert oder manipuliert.

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Lesenwertes zum Thema Datenschutz

Das “Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein” stellt eine sehr informative und nett aufgemachte Broschüre zum kostenlosen Download bereit.

Die knapp 4 MB große Broschüre mit dem Titel “Entscheide Du, sonst tun es andere für Dich! Gedanken und Fakten zum Thema Datenschutz” bietet viele nützliche Tipps zum Umgang mit den eigenen Daten im Netz, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Auf der Seite des ULD finden sich darüber hinaus noch viele weiter Dokumente und Informationen rund um den Datenschutz.

Lesetipp!