Tag Archiv für Datenschutz

Telefonseelsorge Österreich mit eigenem Ressourcenmanagement in beranet

Die Telefonseelsorge Österreich nutzt seit einigen Tagen nicht nur ein beranetCMS, sondern hat darin auch ein ganz besonderes Schmankerl von uns serviert bekommen: einen Ressourcenplaner. Der ist auch nötig, denn bis zu 100 (!) Berater_innen werden für die TS Österreich gleichzeitig in der Online-Beratung tätig sein. Zur Online-Beratung gelangen Sie unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at.

Um eingehende Anfragen automatisch an freie Berater_innen zu verteilen und auch die korrekte Weiterleitung von Folgeanfragen der Klient_innen ohne enormen Verwaltungsaufwand vonseiten des Administrators zu gewährleisten, haben wir in enger Zusammenarbeit mit der TS Österreich ein mächtiges Werkzeug erschaffen: den beranet-Ressourcenplaner. Dabei hat der Ressourcenplaner stets im Blick, wieviele freie Ressourcen pro Woche zur Verfügung stehen, jede/r Berater/in kann jeweils angeben, wieviele Kapazitäten in den kommenden 12 Wochen frei sind.

Daneben kommt bei der TS Österreich noch eine weitere Anpassung zum Tragen: eingehende Anfragen werden nicht nur automatisch Berater_inne zugeordnet, sondern von diesen sofort übernommen. In Wechselwirkung mit dem neuen Zugriffskonzept für Mailanfragen (exklusiv in der neuen beranet-Version!) kann so sichergestellt werden, dass keine Anfrage von anderen Berater_innen eingesehen werden kann. So stellen wir uns effektiven Daten- und Klientenschutz vor!

Dass bei der Telefonseelsorge Österreich auch die neue One-Step-Beratung zum Einsatz kommt, müssten wir eigentlich nicht extra erwähnen. Schließlich erhalten alle neuen Einrichtungen und auch alle Umsteiger (Wussten Sie eigentlich, dass der Umstieg kostenlos möglich ist?) die One-Step-Beratung im Paket mit der neuen beranet-Version.

Interesse? Rufen Sie uns an unter 030 440 136 0 oder schreiben Sie an info@beranet.de.

Die Krux mit den Passwörtern

Sind wir mal ganz ehrlich: Niemand merkt sich gerne Passwörter, schon gar nicht komplizierte, die man dann auch noch ständig ändern soll. Und das in Zeiten, in denen das Langzeitgedächtnis durch Adressbücher auf Smartphone und PC abgeschafft wurde. So begehen Millionen Deutsche tagtäglich üble Passwortsünden (und geben dann in Umfragen an, sich im Internet nicht mehr sicher zu fühlen…).

Die fünf Passwort-Todsünden schlechthin sind:

1. Für mehrere Accounts das gleiche Passwort verwenden

2. Ein einfaches Wort als Passwort verwenden (kann durch Wörterlisten in Sekunden geknackt werden)

3. Passwörter selten ändern

4. Passwörter im Browser speichern (Der Dieb hat es dann – gerade bei mobilen Geräten – ganz leicht, auf alles Zugriff zu erhalten)

5. Passwörter aufschreiben (und dann am besten an den Monitor kleben!), ungeschützt auf dem PC speichern oder weitersagen

Dieser leichtfertige Umgang ist äußerst bedenklich, da der Datenklau auch im privaten Bereich rasant zunimmt, wie der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom, Dieter Kempf, warnt:

Der Trend geht eindeutig zum Ausspähen persönlicher Daten und Passwörter.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Diverse kostengünstige Passwortverwaltungsprogramme merken sich die komplexen Passwörter für uns. Man selbst braucht lediglich ein einziges „Master-Passwort“, um Zugang zu bekommen. Der Trick: das Master-Passwort tritt online nicht in Erscheinung und kann daher auch so gut wie nicht „gehackt“ werden. Zusätzlicher Service: die Programme generieren auf Wunsch selbst komplexe Passwörter. Dennoch ist Vorsicht geboten, garantiert sicher sind Passwörter und Daten nur im eigenen Kopf. Bisher zumindest…

Was passieren kann, wenn die eigene Identität erst einmal gehackt wurde, veranschaulicht dieser Erfahrungsbericht.

Petition fordert: Datenschutz soll Standard werden

„Ich weiß wer meine Daten hat und an wen er sie weitergibt.“ Wer das behauptet, ist entweder sehr naiv, ein dreister Lügner oder ein unbelehrbarer Optimist. Bestenfalls kann man das als hoffnungsvolle Zukunftsvision auslegen. Denn die Sammlung von personenbezogenen Daten passiert jederzeit, überall und meist unauffällig.

Der momentan wohl meist getretene, weil populärste, Datenkrake ist Facebook. Aber auch andere Online- und Offline-Dienste bereichern sich an unseren Informationen. Die einen mehr, die anderen weniger. Online-Shops, Gewinnspiele, Handys slotspie.ca sind da nur die offensichtlichsten… Wer soll da eigentlich noch durchblicken? Wer weiß schon noch, wo er sich vor fünf Jahren mal angemeldet hat, um einen Hamsterkäfig zu kaufen oder bei welcher „gemeinnützigen“ Organisation er sich zur Angabe seiner Daten hat hinreißen lassen? Besonders fies sind Dienstleistungen und Produkte, die schon so voreingestellt sind, dass sie meine Daten bereits bei der ersten Anwendung sammeln und übermitteln, ohne dass ich es mitkriege – und das ist heute leider trauriger Trend…

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat diesen kriminell anmutenden Trend erkannt und eine Petition gestartet, die das „Privacy-by-Default“ Prinzip fordert. Zu Deutsch: „Privatsphäre als Standardeinstellung“. Alle Geräte und Dienstleistungen müssten demnach von Vornherein so eingestellt sein, dass so wenig Daten wie möglich abgefasst werden. Der Benutzer muss dann selbst, sofern er es wünscht, die Funktionen aktivieren, die Datenübermittlung zur Folge haben. „Mühsam“ meinen manche, doch von dieser Regelung profitieren besonders die, die sich wenig mit Technik auskennen (wollen), meint auch vzbv-Vorstand Gerd Billen:

„Die Kontrolle über persönliche Daten darf kein Expertenprivileg sein”.

Gerade Kinder und Jugendliche sowie behinderte und ältere Menschen, die die Konsequenzen ihres Handelns schlecht einschätzen können, wären Gewinner dieser datenschutzfreundlichen Voreinstellungen. Aber selbst Technik-Experten bemängeln häufig die versteckten Sicherheitseinstellungen (z.B. das endgültige Löschen eines Facebook-Accounts). So profitieren am Ende alle:

„Viele Menschen verfügen nicht über die Fähigkeiten oder die (zeitlichen) Ressourcen, sich intensiv mit diesen Fragen (Anm.: Sicherheitseinstellungen) auseinander zu setzen.“ (Auszug Petitionstext)

Die Forderung des vzbv sieht auch die automatische Löschung inaktiver Benutzer-Accounts vor. Zwar vergisst das Netz nie, wie man so schön sagt, doch Löschen ist wohl immer noch die effektivste Eindämmung von Datendiebstahl – mal abgesehen von der (Un)Möglichkeit, seine Daten erst gar nicht preiszugeben.

Noch bis zum 4. Dezember können Sie die Petition unterschreiben, um das “Privacy-by-Default-Prinzip” zu unterstützen.

Eins ist schon jetzt klar: Die Unternehmen, die vom umfassenden Datensammeln profitieren, werden alles versuchen, die Umsetzung der Forderungen zu verhindern, denn gerade die technophoben und unbedarften Netznutzer sind die, die am leichtesten abzuschöpfen sind.

Doch es geht ja nicht darum, dass überhaupt keine Daten mehr weitergegeben werden (dann sollte man sich lieber vom Internet und der heutigen Welt verabschieden), sondern dass die Übermittlung transparenter wird und man eines Tages vielleicht wirklich sagen kann: „Ich weiß wer meine Daten hat und an wen er sie weitergibt.“

Nur naiv, oder doch verrückt?

Eine Warnung vorweg: der folgende Artikel könnte Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
Realitätsfremde Ideen im Hinblick auf das Internet und die Überwachung seiner Nutzer sind ganz offensichtlich nicht nur Steckenpferd deutscher Politiker, auch die Italiener teilen aus. Hier wird ein Ruf nach einer weitreichenden, nein, eher allumfassenden Überwachung des Internetdatenverkehrs laut, zu deren Durchsetzung eine virtuelle Blackbox eingesetzt werden soll, die zunächst erst mal alles speichert und im Fall des Falles geöffnet werden kann, um die Protokolle einzusehen. Natürlich, als Grund für derartige Spionagephantasien muss wieder Pädophilie herhalten.

Hierbei sollen die “Surfbewegungen sämtlicher EU-Bürger” überwacht werden, schreibt SpOn im Artikel. Na, kleine Brötchen backt Herr Motti hier wahrlich nicht. Naivität und eine gewissen Entfernung von der Realität muss er sich aber gefallen lassen, wird er doch mit den Worten:

“Wie eine Black Box in einem Flugzeug nur nach einem Unfall geöffnet wird, würden auch die von Logbox aufgezeichneten Daten nur im Falle wirklicher Notwendigkeit entschlüsselt.”

zitiert. Und, um dem Ganzen die Krone des Unsinns aufzusetzen, müsste auf jedem (!) Gerät mit Internetzugang eine Software installiert werden, die die entsprechenden Daten mitliest und speichert, so der Vorschlag von Herrn Motti. Und wir regen uns über den Staatstrojaner auf…wenn dieser schon Funktionen besitzt, von denen die Behörden nicht einmal wussten, dann ist schwerlich anzunehmen, dass Strafverfolgungsbehörden nur in Einzelfällen auf solche Daten zugreifen würden (Stichwort: “wirkliche Notwendigkeit”).

“Wir wollen die anständigen Bürger in der EU schützen”

heißt es weiter. Ja, is´klar. Klingt ein wenig nach der Bild-Zeitung, die gern mal Straftätern und anderen auf die schiefe Bahn Geratenen (gern auch Verdächtigen, deren Schuld in keinster Weise bewiesen ist), diverse Grund-, Bürger- und wahlweise auch Menschenrechte aberkennen und sie pauschal zu Monstern erklären. Wie anständig kann es bitte sein, tiefgreifend in die Privatsphäre aller (!) Bürger der EU (das sind mit ca. 500 Millionen ja auch lächerlich wenige, verglichen mit facebooks Nutzerzahlen) eingreifen zu wollen, um in Fällen “wirklicher Notwendigkeit” eingreifen zu können. Solche eine pauschale Datenspeicherung wird facebook & Co. vorgeworfen und plötzlich soll genau dasselbe zum Schutz der Bürger sinnvoll sein?

Mal ganz abgesehen davon, dass es wahrscheinlich nicht einmal einen Tag dauern würde, bis findige Aktivisten einen Hack für die Schnüffelsoftware entwickelt hätten…

Die spinnen, die Rö…ähhh, Italiener.

2 Klicks für den Datenschutz

Ob Facebook-Daumen, Twitter-Vögelchen oder Googles +1… Die kleinen Buttons sozialer Netzwerke finden sich mittlerweile auf fast jeder Website im Internet, die hip und interaktiv daherkommen will. Sie laden dazu ein, seine Meinung über den Inhalt einer Seite, einen Zeitungsartikel oder ein peinliches Promi-Foto beispielsweise,  mit anderen zu teilen. Doch bisher wissen wohl nur die wenigsten, was diese unscheinbaren Symbole heimlich eigentlich noch so alles tun.

Dieses Wissen ist besonders für die interessant, die bisher dachten „Wenn ich nicht bei Facebook mitmache, kann es mir auch keine Daten klauen“. Weit gefehlt! Denn, wie heise online und taz.de berichten, übermittelt eine Website, die die Buttons eingebettet hat, schon beim Laden der Seite Informationen an Facebook & Co – egal ob Sie auf den Button klicken oder überhaupt dort Mitglied sind. Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer Thilo Weichert mahnt  im Gespräch mit der taz:

“Jeder Klick auf einer Seite, wie lange ich darauf bin, für was ich mich interessiere, kann Facebook nachvollziehen”

Wie das technisch genau von statten geht, können Sie hier nachlesen und was Facebook offiziell dazu sagt, hier.

Spätestens damit ist klar, dass man nicht selbst in der Hand hat, was für Daten man an soziale Netzwerke preisgibt, es sei denn man meidet den Besuch solcher Internetseiten. Dann kann man aber auch gleich den Stecker ziehen… Die heimliche Datenabfassung dient, wer hätte das gedacht, Facebook selbst und den Partnerseiten, indem sie Informationen über User sammeln können. Und je mehr Daten über die Zeit zusammenkommen, desto leichter lassen sich umfassende User-Profile erstellen. Inwieweit die so erfassten Daten für Facebook tatsächlich nützlich oder gar einer bestimmtem Person zuzuordnen sind, ist allerdings nicht ganz klar. Fest steht aber, dass – vom Nutzer unkontrollierbar – Daten übermittelt werden.

Eine kleine Avantgarde von Webseitenbetreibern wehrt sich aber bereits gegen die automatische Datenerfassung der kleinen Buttons. Allen voran heise online. Die haben nämlich harmlose Buttons entwickelt, die der User erst anklicken muss, damit sie aktiv werden. Das heißt, der User bestimmt selbst, ob Daten an Dritte übermittelt werden sollen – ohne seine Erlaubnis passiert gar nichts. Das 2-Klick-Modell ist frei verfügbar und jede Website kann es bei sich einbinden.

Die ideale Kombination, um seinen Usern Datensicherheit zu garantieren, ohne gleichzeitig auf die Vernetzung mit Facebook & Co verzichten zu müssen!

Mitarbeiter sind zu schludrig im Umgang mit Daten

Die größte Sicherheitslücke für Unternehmen ist der eigene Mitarbeiter – meist unabsichtlich, manchmal auch absichtlich. Das bestätigt eine neue Studie, die der Netzwerkausrüster Cisco in Auftrag gab. Chief Security Officer bei Cisco, John Stewart, meint:

Unternehmen aller Größen und Branchen müssen verstehen, wie das menschliche Verhalten die Risiken und den daraus resultierenden Datenverlust beeinflusst – und was dies für den Einzelnen und das Unternehmen bedeutet.

Der Trend geht in Unternehmen leider immer noch dahin, dass die meisten Mitarbeiter in Sachen Datensicherheit unzureichend geschult sind und mit den firmeneigenen Daten schlichtweg zu naiv umgehen. Viele verkennen die Wichtigkeit der Daten für ihre Firma und unterschätzen die Folgen eines Datendiebstahls.

Dabei sind die Möglichkeiten eines Datenverlustes oder -diebstahls vielfältig. Die zunehmende Ausweitung der Arbeitsumgebung auf private Bereiche ist dafür hauptverantwortlich. Mitarbeiter nutzen mehr und mehr private Geräte für ihre Arbeit. An sich ist das auch gut und nützlich, doch sind diese oft nicht zureichend durch aktuelle Antivirenprogramme und Firewalls geschützt. Gerade die Nutzung mobiler Geräte wie Smartphones birgt Sicherheitsrisiken, da es für diese noch keinen ausreichenden Schutz vor Viren & Co gibt. Auch das Mitbringen eines eigenen USB-Sticks, das Surfen auf unerwünschten Websites oder das Checken von privaten E-Mails auf dem Firmen-PC kann unter Umständen verheerenden Schaden anrichten. In deutschen Unternehmen besonders beliebt, aber eben bedenklich, ist das Besuchen von sozialen Netzwerken, Online-Shopping oder das Herunterladen von Musik auf dem Arbeits-PC.

Wichtig ist deshalb, als Arbeitgeber klare Regeln aufzustellen, was in dieser Hinsicht erlaubt ist. Außerdem sollte eine Nutzung privater Geräte mit dem Chef abgesprochen sein, damit entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können. Schulungen zur Datensicherheit sind in jedem Fall empfehlenswert, um das „Sicherheitsrisiko Mitarbeiter“ einzudämmen. Denn den meisten Angestellten ist ihr fahrlässiges Verhalten im Umgang mit den sensiblen Daten gar nicht bewusst. Das ist umso bedenklicher, weil schon kleine Schludereien wie das verspätete Aktualisieren von Sicherheitsprogrammen auf dem privaten Laptop, der auch beruflich genutzt wird, eine Gefährdung von Firmendaten bedeutet. Das führt dazu, dass die Daten den Dieben in den meisten deutschen Firmen leider immer noch auf dem silbernen Tablett serviert werden.

Auch wenn mobile Geräte nicht 100%ig vor Missbrauch geschützt werden können, hier einige Tipps, wie Sie es den Dieben schwieriger machen: Bitte klicken.

Platzhirsche und Newcomer

Vielleicht haben Sie es mitbekommen, Google startet gerade einen Großangriff auf den Moloch facebook, der mittlerweile angeblich 750 Millionen Nutzer weltweit zählt. Einer über (Achtung: Ironie) facebook erhaltenen Einladung von einer Freundin sei Dank bin ich auch dabei. “Google +” heißt das, was Google sich ausgedacht hat und auf den ersten Blick erinnert die Oberfläche sehr an die Konkurrenz. Auch bei Google + gibt es einen “Stream”, eine Übersichtsseite, in der alle Inhalte meiner Kontakt zu finden sind, sowie eine eigene Profilseite, auf der ich meine Inhalte sehen kann.

Die Änderungen (Verbesserungen?) gegenüber facebook liegen denn auch eher im Detail, zumindest von außen betrachtet. Google + erlaubt es, Freunde und andere Kontakt sehr intuitiv in “Circles” zu organisieren. Hier bekommt der Begriff des “Freundeskreises” eine ganz neue Bedeutung. Ich kann meine Kontakt z.B. nach “Freunden”, “Bekannten”, “Arbeitskollegen” oder ähnlichem kategorisieren und im Nachgang für alle Inhalte, die ich veröffentliche festlegen, welche(r) dieser Circles diese sehen darf. Ähnliches geht bei facebook auch, ist aber weniger intuitiv.

Google + befindet sich derzeit in einer (mehr oder weniger) geschlossenen Beta-Phase, d.h. das Netzwerk ist noch nicht fertig. In sehr kurzen Abständen werden neue Funktionen implementiert und Fehler ausgemerzt.

Ob Google + sich langfristig gegen facebook wird behaupten können, hängt wohl in erster Linie davon ab, ob das Netzwerk eine kritische Masse an Nutzern sammeln kann. Diese tummeln sich derzeit wahrscheinlich noch bei der Konkurrenz und es ist mehr als fraglich, wieviele facebook-Nutzer sich von der zugegeben schicken Präsentation (die lightbox beim Anschauen von Bildern ist wirklich schön) des Google-Konkurrenten abwerben lassen.

Wer bislang keine Lust auf facebook hatte wegen der mehr als schwammigen Auskünfte zu Datenspeicherung und -aufbewahrung, den wird es ganz sicher nicht zu Google + ziehen, da hinter diesem Netzwerk ein noch größerer Datensammler steht. Es bleibt abzuwarten, wann die ersten Google-Ads auf den Nutzerprofilen erscheinen, denn irgendwie muss Google mit seinem Netzwerk ja auch Geld verdienen. Bis dahin sehe ich Google + als Experiment an und bin gespannt, ob man davon in einem Jahr noch reden wird.

Deutsche unterschätzen Datenklau-Gefahr

Wie eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens GfK herausfand, fühlt sich nur die Hälfte aller Deutschen durch Datendiebstahl bedroht. Dabei surfen fast 40 Prozent der Bundesbürger täglich im Internet: Die Datenflut, die dabei entsteht, ist riesig.

Für Datendiebe ist diese Datenmasse ein gefundenes Fressen. Und das Zerstörungspotenzial durch Datenklau ist immens. Erst kürzlich sind der staatliche Gesundheitsdienst des UK, die spanische Polizei sowie die Citibank (u.v.m.) gehackt worden. Diese Attacken machen eins deutlich: Auch vermeintliche „Offline-Daten“ sind nicht sicher, meint auch IT-Sicherheitsexperte Hannes Federrath bei Welt Online:

Angesichts der jüngsten Einbrüche muss man der Bevölkerung tatsächlich mangelndes Problembewusstsein attestieren[...] Es gibt keine IT-Sicherheitsinfrastruktur, die nicht auch wieder geknackt werden könnte.

Ganz so fatalistisch muss man es aber auch wieder nicht sehen. Es gibt sehr wohl Sicherheitsmaßnahmen, die man treffen kann, um sich zu schützen. Mit der geeigneten Software und dem richtigen Bewusstsein für den Datenschutz ist man schon mal gut gerüstet im Cyber-War. Denn oft scheinen es Hacker in der Vergangenheit gerade auf große Sicherheitslücken abgesehen zu haben, um die bisher als seriös geltenden Opfer bloß zu stellen.

Wie leichtfertig Deutsche mit ihren Daten auch offline umgehen, zeigt dieses Video eindrucksvoll:

Gesichtererkennung bei Facebook

Still und heimlich hat Facebook mal wieder einen neuen „Dienst“ für die deutsche Community aktiviert. Die Gesichtererkennung. In den USA wird dieser Service schon länger betrieben.

Praktisch heißt das: Wenn Sie ein Foto einstellen, gleicht Facebook dieses automatisch mit bereits vorhandenen Bildern ab und schlägt Ihnen Personen vor, die Sie auf dem Foto markieren können. Die Markier-Funktion wird damit deutlich vereinfacht (kaum zu glauben, aber genau das haben sich tatsächlich User gewünscht).

Besonders fies, aber typisch für Facebook: Die Nutzer werden nicht über die Einführung des Dienstes informiert, der Dienst ist aber automatisch bei jedem aktiviert. Die Deaktivierung der Gesichtererkennung muss jeder User selbst über die unübersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen vornehmen. Facebook baut mit dieser Taktik offenbar darauf, dass die Abschaltung den Usern zu umständlich ist oder sie sich dieser Möglichkeit erst gar nicht bewusst werden und den Dienst somit unbewusst untersützen. Hier ein Video, wie Sie den Service mit einigen Klicks abstellen können:

Bisher ist die Gesichtererkennung noch auf den Freundeskreis beschränkt, eine Ausweitung auf Freundesfreunde ist aber nicht ausgeschlossen. Wenn man dieses Szenario weiterspinnt, wie welt.de das getan hat, kann man auf gruselige, aber nicht unrealistische Zukunftsvisionen kommen:

So könnten Smartphonebesitzer beim Bummel durch die Fußgängerzone wildfremde Menschen ablichten und auf diesem Wege Zugriff auf sämtliche Informationen erhalten, welche diese im Internet hinterlassen haben.

Der Datendieb ist immer der Hacker – oder?

Immer wieder hört man von Datendiebstahl und bösen Hackern, die den Unternehmen das Leben schwer machen (zuletzt bei Sony). Doch einer aktuellen Studie zufolge wird der Großteil des Datenklaus von den eigenen oder von Ex-Mitarbeitern verübt: Satte 66 Prozent.

Die meisten deutschen Unternehmen sind sich dieser Bedrohung von innen jedoch nicht bewusst. Sofern sie sich nicht gänzlich in falscher (Daten-)Sicherheit wiegen, verorten sie die potenziellen Angreifer vor allem in China und Osteuropa. Nach der Umfrage von Ernst&Young kommen aber zwei Drittel der Datenspione aus den eigenen Reihen und der Experte Stefan Heißner warnt:

Dort lauert das größte Gefahrenpotenzial

Dabei ist die Prävention von externem und internem Datendiebstahl heute keine unlösbare Angelegenheit mehr. Wer umfassende Sicherheitssoftware verwendet und sich den vielfältigen Angriffsmöglichkeiten von innen und außen bewusst ist, ist auf dem richtigen Weg. Denn die Umfrage ergab auch, dass in vielen Unternehmen naiver und schlampiger Umgang mit Daten und Zugangsberechtigungen betrieben wird.

Wen wundert es da, wenn ein gefeuerter Mitarbeiter aus Rachegelüsten die eine oder andere sensible Information per USB-Stick als Andenken mitnimmt? Nicht wenige machen sich später mit den wertvollen Kunden- oder Produktdaten erfolgreich selbstständig. Gerade für Unternehmen, die von Daten und geistigem Eigentum leben, kann das den Untergang bedeuten. Auch kleine und mittelständische Firmen sind immer häufiger vom Datenklau betroffen, da sie meist nicht ausreichend gegen Datendiebe gewappnet sind.

Mit der Schulung der eigenen Mitarbeiter im Umgang mit den Daten sowie der Installation geeigneter Software kann schon eine Menge in Sachen Datenschutz erreicht werden. Der Ernst&Young-Experte betont aber auch noch einen anderen Aspekt zur Vorbeugung von Datenklau:

[...] dazu gehört auch, dass man die Mitarbeiter ordentlich bezahlt.

Denn ein zufriedener Mitarbeiter ist in der Regel ein loyaler Mitarbeiter!