Ja, ich bin einer von denen, die nach Feierabend, kurz vor dem Zu-Bett-Gehen, für eine Stunde, manchmal auch zwei, in virtuelle Welten abtauchen und dort spannende Geschichten erleben oder gemeinsam mit anderen Spielern um den Sieg wetteifern. Ich bin online nicht unter meinem “Klarnamen” aktiv, sondern unter Pseudonym. Nun ist es mit ein wenig Recherche recht einfach, herauszufinden, wie zumindest eines meiner Netz-Alter-Egos heißt, aber dies sei mal dahingestellt. Ich entscheide mich aus bestimmten Gründen dafür, im Netz unter anderem Namen aufzutreten. Das hat weniger mit der Angst vor Identifizierung meiner Person, sondern vielmehr mit der Welt zu tun, in die ich mich begebe. Meine Identität aus der “echten” Welt (wenn es sowas gibt) spielt beim Spielen im Netz keine Rolle.
So kommuniziere ich auch in Foren oder Blogs oder bei Twitter unter meinem Pseudonym, weil ich es so gewohnt bin und es im Spielkontext auch sinnvoll finde. So treffen sich die Spieler, die eben noch online einander gejagt oder geholfen haben, auch im Forum unter Ihren “Nicknames” wieder.
Blizzard, Betreiber eines der (in der westlichen Welt) populärsten Online-Rollenspiele (”World of Warcraft”), verlangt seinen Kunden nun ab, in den Foren zum Spiel nur noch unter Klarnamen zu kommunizieren.
Vielleicht haben Sie schon davon gehört. Das Bundesministerium des Innern will die sogenannte “DE-Mail” einführen. Jeder Bürger soll die Möglichkeit erhalten, sich eine private Mailadresse zu sichern, die ihm die sichere und rechtsverbindliche Übersendung von z.B. amtlichen Dokumenten ermöglicht. Die Kommunikation mit Behörden soll dadurch vereinfacht und effizienter gemacht werden.
Das hört sich doch zunächst gut an:
“De-Mail wird das rechtsverbindliche und vertrauliche Versenden von Dokumenten und Nachrichten über das Internet ermöglichen. Die Identität der Kommunikationspartner sowie die Zustellung der De-Mails können nachgewiesen werden. Die Inhalte einer De-Mail können auf ihrem Weg durch das Internet nicht mitgelesen oder gar verändert werden.”
Die Entwicklung der Sozialen Medien hat in den letzten Jahren nicht nur die Kommunikationsgewohnheiten von Millionen Menschen, sondern auch die von Unternehmen verändert. Die Reichweiten und die Vorteile für Marketing, Akquise und die Pflege von Kontakten stehen dabei im Vordergrund. Der folgende Videoclip (englische Texte) illustriert diese Entwicklungen anschaulich. Die Musik sollten können Sie getrost abschalten, der Clip funktioniert ohne Ton.
Nach “Twitter” nun “Flattr”. Das eine ist ein Mircoblogging-Dienst, das andere ein neuartiges Social-Micropayment-System.
Was ist Social-Micropayment?
Stellen Sie sich vor, Sie legen jeden Monat 10 € zur Seite für Inhalte im Internet. Sie surfen nun den ganzen Monat im Netz umher, stolpern über interessante Seite, die Ihnen gefallen und möchten diesen Seiten Unterstützung zuteil werden lassen. Das können Sie über “Flattr” tun. Klicken Sie auf den “flattr”-Button auf Websites, um diesen Seiten etwas von den 10 € zu spenden. Am Ende des Monats, sagen wir, Sie haben zehn Seiten etwas gespendet, teilt “Flattr” Ihren zurückgelegten Betrag von 10 € unter all denen auf, denen Sie Geld gespendet haben. Jede Website würde von Ihnen also einen Euro erhalten. Nicht viel, aber die Masse machts. Flattr schafft also quasi jedem Website-Betreiber, Blogger oder Künstler im Netz die Möglichkeit, durch Fans finanziell unterstützt zu werden.
Hier ein (englischsprachiges) Video, das die Funktionsweise von Flattr erläutert
Systeme wie Flattr bieten unter Umständen Potential für Online-Beratungsstellen oder andere Angebote, die nicht direkt kostenpflichtig sind, sich aber natürlich über Spenden freuen.
Bei Interesse und für mehr Informationen schreiben Sie uns einfach eine Mail an blog@beranet.de.
“Digital Natives” (etwa: “digitale Ureinwohner”) ist ein Begriff, der für jene (junge) Bevölkerungsgruppe verwendet wird, die quasi von Kindesbeinen an mit dem Internet aufwächst. Dieser Definition nach bin ich kein Digital Native, obowohl ich mich so fühle. Ich kann mich noch an eine Zeit ohne Internet erinnern und an die ersten Gehversuche mit analogen Modems, lange bevor es das Internet in seiner heutigen Form und Breitbandanschlüsse für jedermann gab.
Ich erwarte von Ureinwohnern eines Gebiets, dass sie sich dort nicht nur bestens auskennen, sondern auch um Gefahren wissen, die in der direkten Umgebung lauern. An diesem Punkt scheinen sich “Natives” und “Digital Natives” ein wenig zu unterscheiden, wie auch im Artikel auf heise.de zu lesen ist. Dabei wird eine Studie von McAfee, Hersteller von Anti-Viren-Software, zitiert, in der 13- bis 17-Jährige US-Jugendliche befragt wurden. Derartige Studien scheinen gerade in Mode zu sein, vergleichen Sie auch hier.
Norton, Hersteller von Sicherheitsprogrammen für PCs, hat eine interessante Studie veröffentlicht, die man allerdings zu jeder Zeit als Werbemittel betrachten muss kann. Im Kern geht es darum darzustellen, ob Eltern wirklich eine Vorstellung davon haben, was ihre Kinder so im Netz machen.
Norton gibt dabei u.a. fast niedlich anmutende Tipps, die aus dem Munde einer der bekanntesten IT-Sicherheitsfirmen beinahe naiv wirken:
Eltern können überprüfen, welche Websites ihre Kinder
besuchen, indem sie:
• die Schaltfläche ‘Verlauf’ in ihrem Browser anklicken
(Natürlich wird als zweite Methode ein hauseigenes Programm angeführt. [Anm. des Autors])
Der “Verlauf” als sicheres Indiz für Webaktivitäten? Jeder halbwegs aktuelle Browser bietet die Funktion, das Protokollieren der besuchten Websites zu unterdrücken oder bestehende Chroniken zu löschen. Es lassen sich auch gezielt einzelne Einträge finden und löschen. Mitnichten ein sinnvolles Werkzeug, zumal davon auszugehen ist, dass findige Kinder wissen, wie man den Verlauf deaktiviert oder manipuliert.
Auf Nachfrage vieler Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen hat beranet am 26. April 2010 eine Methodikschulung in Berlin durchgeführt. Die Resonanz darauf war großartig. Bianca Zendel von der Sachsen-Anhaltinischen Krebsgesellschaft sagt dazu:
„Ein herzliches Dankeschön für dieses tolle Angebot! Ihr habt einen wirklich kompetenten und super Referenten gefunden, der aus der Praxis kommt. Wir konnten aus diesem Seminar viele Anregungen für unsere Beratungsarbeit mitnehmen.“
Die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. hat eine Stellenausschreibung veröffentlicht.
Die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. sucht zum 01.09.2010 eine/n SozialarbeiterIn/Sozialpädagogen/in (oder vergleichbarer Abschluss). Die Stelle ist in Anlehnung an TVÖD dotiert, umfasst 60% einer Vollzeitstelle und ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Eine Vertragsverlängerung ist sehr wahrscheinlich.
Jugenschutz muss selbstverständlich gerade im weltweiten Netz ernst genommen werden, wenngleich dies mitunter in eine wahre Sisyphosarbeit mündet.
Die Maßnahmen, die jugendschutz.net ergreift, können dabei natürlich nur ein Anfang sein:
jugendschutz.net geht Hinweisen auf Verstöße im Internet nach, die von Usern über die Hotline gemeldet werden, recherchiert wichtige Problemfelder (z. B. Rechtsextremismus, Gewalt) und beobachtet Dienste, die bei Jugendlichen besonders beliebt sind.
Bereits anhand dieser Aussage lässt sich das eigentliche Problem erkennen: problematische Inhalte liegen meist nicht offen herum oder sind ohne weiteres für jeden sichtbar. Organisationen, die Jugendschutz im Netz betreiben, sind häufig auf Meldungen rechtswidriger oder jugendgefährdender Inhalte angewiesen. Die eigene Recherche kann sich oft nur auf bekannte Plattformen beschränken, diese stellen aber verglichen mit der Weite des Netzes nur Randerscheinungen dar. jugendschutz.net hat jetzt den Bericht “Jugendschutz im Netz 2009″ vorgelegt, ein interessantes Dokument, welches Interessierten viele Informationen und Anhaltspunkte für eigene Tätigkeiten im Hinblick auf den Jugendschutz bietet.