Wie die „Wunderfrage“ Wunder wirkt

Die berühmte Wunderfrage ist im Beratungsalltag eine gern eingesetzte Methode. Und das nicht ohne Grund. Besonders in verfahrenen Beratungssituationen kann sie Klarheit schaffen und den Klienten oder die Klientin wieder auf Kurs bringen. Eine Wunderfrage soll zum Phantasieren anregen, sie kann zum Beispiel lauten:

Stellen Sie sich vor, in der Nacht sei eine Zauberfee gekommen und habe Ihnen […] heimlich Ihren Groll über die frühere Affäre Ihrer Frau […] weggenommen. Woran würden Sie es zuerst merken am nächsten Morgen? […] Welcher Ihrer Mitmenschen würde zuerst die Veränderung bemerken und woran? […] Wie würden Sie sich fühlen? http://e-beratungsjournal.net

Die Wunderfrage lebt von den Momenten im Leben des Klienten, in denen sein oder ihr Problem nicht da ist. Den Verhaltensweisen des Klienten während dieser Ausnahmesituationen geht die Wunderfrage auf den Grund. Wie kommt man dahin? Was macht man da anders? Die Beratungssituation wird dadurch vom Problem weg, hin zur Entwicklung von Lösungsideen gelenkt. Die Wunderfrage schafft so ein klares und motivierendes Ziel, ohne einen negativen Fokus auf das Problem zu setzen und ohne angestrengtes Lösungssuchen.

Damit die Wunderfrage funktioniert, sollte der Klient völlig entspannt sein, um sich der Phantasie hingeben zu können. Hierbei kann die Online-Beratung Vorteile haben, wie Klaus Fieseler und Karin Hentschel betonen:

Hier – und auch an anderen Stellen – kann man Klienten zum ausschweifenden Schreiben einladen, um sich in die Lösungsvorstellungen zu vertiefen und sie schreibend zu erleben. Beim Formulieren und Abwägen kann dieser Prozess mitunter intensiver erlebt werden als in einer Face-to-face-Beratung. http://e-beratungsjournal.net

Klientin oder Klient können zuhause, unbeobachtet und ohne Druck, ganz in das Wunder einsteigen und sich für die Antwort Zeit lassen. Bei einer Face-to-face-Beratung empfinden viele Ratsuchende größere Scham und sind aufgeregter. Lesen Sie mehr darüber, was Sie beachten müssen, damit die Wunderfrage auch wirklich Wunder wirkt.

Denkbar ist auch die Entwicklung eines Online-Programms, das Klienten in ein phantastisch gestaltetes “Wunderland” entführt. Dort können sie sich ganz auf ihre Vision einlassen und mit begleitenden Fragen einer virtuellen guten Fee zur Problemlösung hingeführt werden. Für die Online-Beratung ist die Wunderfrage also ein spannendes Thema mit Entwicklungspotenzial.

Beratung nur einen Klick entfernt

Dass es Beratung auch online gibt, hat sich mittlerweile rumgesprochen. Immer mehr Beratungsstellen wollen auch im Internet für ihre Klienten da sein und viele Ratsuchende holen sich lieber online als offline Hilfe. Und das aus gutem Grund.

Mehr als 73 Prozent der Deutschen sind sowieso schon online – Tendenz steigend. Dabei sind viel mehr jüngere Menschen im Netz aktiv (97%), als ältere (52,5); und mehr Männer, als Frauen. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene dominieren das Internet und verbringen pro Tag im Schnitt mehr als zwei Stunden im Netz. Da liegt es nahe, dass diese auch genau dort nach Lösungen für ihre Probleme suchen – ganz nebenbei, während man seine verpasste Lieblingsserie per Stream schaut oder sein Facebook-Profil checkt.

Mal eben bei Google nach „Alkohol Sucht Hilfe“ oder „Schwangerschaftsabbruch Beratung“ zu suchen und eine Mail abzuschicken oder in einen Gruppenchat reinzuschauen, fällt den meisten Klienten einfach leichter, als sich mühsam eine Beratungsstelle in der Nähe zu suchen, einen Termin zu machen und dann auch wirklich (!) hinzugehen. Diplom-Pädagoge Klaus Fieseler fasst zusammen:

die Ratsuchenden [sind] ohnehin im Internet mit ihren Anliegen unterwegs und man [muss] sie dort abholen. Online-Beratung – insbesondere für Jugendliche – ist niedrigschwellig und erreicht zudem Zielgruppen, die durch Beratungsstellen nicht erreicht werden (Fieseler, 2011, S. 105ff) http://e-beratungsjournal.net

Die Niedrigschwelligkeit ist deshalb einer der unschlagbaren Vorteile der Online-Beratung. Gerade Beratungsangebote, die sich an ein jüngeres Publikum richten, können hier Klienten gewinnen. Um diese auch wirklich im Netz abzuholen und für eine langfristige Beratung zu motivieren, braucht es allerdings die richtigen Mittel und eine gute Strategie. Online-Beratung kann eine Face-to-face-Beratung zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen und Ratsuchende erreichen, die sich sonst nicht „trauen“ würden.

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Schreiben hilft!

Ohne Selbstreflexion geht es in der Beratung nicht. Klienten, die schlecht oder gar nicht fähig sind, ihre Situation und ihre Gedanken zu reflektieren, werden ihre Probleme kaum in den Griff bekommen. Und auch für den Berater ist es schwierig, eine erfolgversprechende Beratung durchzuführen, wenn das Gegenüber nicht dazu in der Lage ist, tiefer über sein Verhalten nachzudenken. Dabei ist es egal, ob man vor Ort in der Beratungsstelle sitzt oder online berät.

Sehr wohl eine Rolle spielt die Art der Beratung für die Befähigung zur Selbstreflexion. Hier ist die Online-Beratung gegenüber dem Face-to-face-Klassiker im Vorteil. Denn egal ob Chat oder Mail-Beratung, bewirkt die Online-Beratung durch die Zeitverzögerung der Antworten eine Entschleunigung. Dieser Effekt wirkt bei der Mail-Beratung am stärksten, da eine Reaktion nicht Sekunden später, sondern erst bis zu mehreren Stunden oder Tagen später erwartet wird.

Dadurch, dass Klient und Berater ihre Gedanken niederschreiben müssen, geschieht automatisch ein Nachlesen und ein Ordnen des Geschriebenen. Das kennen wir alle von uns selbst: Erzählen Sie doch mal aus dem Stehgreif einem Fremden, wer Sie sind und was Sie ausmacht. Halten Sie das alternativ schriftlich in einem Word-Dokument fest. Bei der schriftlichen Ausarbeitung werden Sie sich in jedem Fall viel mehr Zeit lassen, zu überlegen, was Sie schreiben und den ein oder anderen Satz überdenken und umformulieren. Dabei sortieren Sie ganz nebenbei Ihre wichtigsten Anliegen und streichen Nebensächliches. Im Gespräch verfransen Sie sich vermutlich viel schneller in Nebenschauplätzen.

Die Schriftlichkeit ermöglicht es auch, dass der Klient oder die Klientin das Geschriebene zu einem fortgeschrittenen Beratungsprozess noch einmal lesen und sich besser vor Augen führen kann, wie und warum er oder sie früher so gedacht oder gehandelt hat und wie die momentane Situation aussieht. So entstehen bei der Online-Beratung häufiger Momente, in denen der Klient zur Selbsterkenntnis kommt, wie Klaus Fieseler und Karin Hentschel bestätigen:

In der Online-Beratung liest man durchaus Sätze von Ratsuchenden, in denen eine Selbstreflexion durch den Perspektivwechsel zu neuen Erkenntnissen bei der Auftragsklärung – aber auch an anderen Stellen im Beratungsprozess – führt, z.B.: „Wenn ich mich so lese, dann wird mir klar, dass ich meine Partnerin gar nicht ändern kann.“ http://e-beratungsjournal.net

So erleichtert Online-Beratung also die Selbstreflexion der Klienten und ermöglicht auch den Beratenden ihre Antworten durchdachter zu übermitteln.

Beratungsstellen auf Facebook & Co.

Um Social Media kommt keiner drumrum – ob man will oder nicht. Selbst wenn ich kein Mitglied bei Facebook bin, so ist es gut möglich, dass dort Fotos von mir kursieren. Und ohne registriert zu sein, kann ich deren Verbreitung nicht einmal kontrollieren. Also lieber gleich selbst mitmischen;)

Auch Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen strömen mittlerweile in die sozialen Netzwerke, um für ihre Produkte und Kampagnen die Werbetrommel zu schlagen. Der Vorteil der Social Media: Sie sind kostengünstig und erreichen die Zielgruppe praktisch jederzeit und überall. Ich kann einen Markenturnschuh genauso „liken“, wie meine Lieblingsband oder einen Kommentar eines Freundes. Diese persönliche Ebene macht Facebook & Co als Werbeplattform so interessant.

So nutzen auch immer mehr Online-Beratungsstellen Social Media, um ihre Klientel zu erreichen. Naturgemäß ist es aber nicht für alle Angebote gleichermaßen sinnvoll, in sozialen Netzen aktiv zu werden. Beispielsweise werden Angebote, die sich an ältere oder generell wenig internetaffine Menschen richten, durch eine Seite auf Facebook kaum mehr Klienten ansprechen. Für alle anderen kann dies allerdings sinnvoll sein.

Aber auch wenn die Einrichtung einer Facebook-Seite prinzipiell für jeden kostenlos ist, muss ein Zeitaufwand für die Pflege des Auftritts eingeplant werden. Denn Interaktion und Schnelllebigkeit sind das A und O in den Netzwerken und eine allzu statische Seite wird kaum Fans gewinnen.

Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, wie Beratungsstellen Social Media für sich nutzen können, lesen Sie den Artikel „Welt 2.0“ von Sascha Dinse in der Zeitschrift „Soziale Psychiatrie“.

Telefonseelsorge Österreich mit eigenem Ressourcenmanagement in beranet

Die Telefonseelsorge Österreich nutzt seit einigen Tagen nicht nur ein beranetCMS, sondern hat darin auch ein ganz besonderes Schmankerl von uns serviert bekommen: einen Ressourcenplaner. Der ist auch nötig, denn bis zu 100 (!) Berater_innen werden für die TS Österreich gleichzeitig in der Online-Beratung tätig sein. Zur Online-Beratung gelangen Sie unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at.

Um eingehende Anfragen automatisch an freie Berater_innen zu verteilen und auch die korrekte Weiterleitung von Folgeanfragen der Klient_innen ohne enormen Verwaltungsaufwand vonseiten des Administrators zu gewährleisten, haben wir in enger Zusammenarbeit mit der TS Österreich ein mächtiges Werkzeug erschaffen: den beranet-Ressourcenplaner. Dabei hat der Ressourcenplaner stets im Blick, wieviele freie Ressourcen pro Woche zur Verfügung stehen, jede/r Berater/in kann jeweils angeben, wieviele Kapazitäten in den kommenden 12 Wochen frei sind.

Daneben kommt bei der TS Österreich noch eine weitere Anpassung zum Tragen: eingehende Anfragen werden nicht nur automatisch Berater_inne zugeordnet, sondern von diesen sofort übernommen. In Wechselwirkung mit dem neuen Zugriffskonzept für Mailanfragen (exklusiv in der neuen beranet-Version!) kann so sichergestellt werden, dass keine Anfrage von anderen Berater_innen eingesehen werden kann. So stellen wir uns effektiven Daten- und Klientenschutz vor!

Dass bei der Telefonseelsorge Österreich auch die neue One-Step-Beratung zum Einsatz kommt, müssten wir eigentlich nicht extra erwähnen. Schließlich erhalten alle neuen Einrichtungen und auch alle Umsteiger (Wussten Sie eigentlich, dass der Umstieg kostenlos möglich ist?) die One-Step-Beratung im Paket mit der neuen beranet-Version.

Interesse? Rufen Sie uns an unter 030 440 136 0 oder schreiben Sie an info@beranet.de.

Keine Hexerei: www.zone35.de mit “responsive Webdesign”

Heute mal ein wenig Eigenwerbung.
Die Mutteragentur von beranet, zone35 aus Berlin, ist vor einigen Tagen mit ihrer komplett neu gestalteten Homepage ans Netz gegangen. Was lange währt wird endlich gut, möchte man sagen, denn vor lauter spannenden Projekten mit vielen Partnern blieb nur wenig Zeit für die eigene Website. Dafür ist diese nun, ganz im Sinne des “responsive Webdesign”, so programmiert, dass die Struktur und die Darstellung sich dem verwendeten Endgerät automatisch anpasst. Diese Technik wird ganz sicher in 2012 zu den wichtigsten Dingen im Web zählen, da die Zugriffe über mobile Endgeräte in einigen Bereichen stark zugenommen und teilweise schon den klassischen Rechner überholt haben. Anders als bei “Apps” oder eigens programmierten “mobilen Websites” funktioniert responsive Webdesign direkt in der existierenden Homepage, so dass keine Extrakosten für die Entwicklung von Apps für verschiedene Plattformen entstehen. Responsive Webdesign gehört die Zukunft!

Heißt im Klartext: Rufen Sie www.zone35.de über ein Smartphone, ein Netbook oder ein Tablet auf, ändert sich der Aufbau der Seite entsprechend, so dass Sie immer den Über- und Durchblick behalten. Probieren Sie es aus! Sie können auch das Fenster Ihrer Browsers “kleinerziehen”, um den Effekt zu bestaunen. Keine Hexerei, nur saubere Arbeit unserer Webprogrammierer :)

Vielleicht findet sich auch Ihre Website in der Liste der kreativen und nachhaltigen Projekte unserer Agentur? Werfen Sie doch gleich mal einen Blick hinein.

www.zone35.de – Wir freuen uns auf Sie!

Wird Facebook sozial? – Suizidprävention über’s soziale Netz

Mit einer aktuellen Neuerung tut das umstrittene Netzwerk diesmal zumindest etwas Gutes für seine Mitglieder. Allerdings bisher nur in Kanada und den USA.

Wie welt.de berichtet, hat Facebook in Zusammenarbeit mit der Nationalen Suizidprävention Lifeline eine Funktion entwickelt, die es Facebook-Freunden einfacher macht, auf Selbstmorddrohungen zu reagieren. Wenn ein Freund einen Verdacht meldet, wird dem Suizidgefährdeten automatisch eine E-Mail mit einer Notfall-Hotline und einem Link zu einem Beratungschat geschickt.

In Deutschland gibt es diese Funktion bisher noch nicht. Hier finden Freunde  lediglich Links zu entsprechenden Organisationen und ein Formular, mit dem man sich in einem solchen Fall an Facebook wenden kann. Die neue Funktion wäre deshalb auch hier wünschenswert, da sie ganz unkompliziert konkrete Hilfe für Suizidgefährdete anbietet. Und: Auch für die oft nur flüchtig bekannten Facebook-Freunde wird durch die komfortable Funktion die Hemmschwelle niedriger, Drohungen zu melden. Denn leider werden Suiziddrohungen in sozialen Netzen noch viel zu häufig ignoriert.

Unterwanderung von rechts

Dass Neonazis und andere Vertreter rechten Gedankenguts sich gern moderner Kommunikationsmittel bedienen, um braune Propaganda zu verteilen, ist (leider) keine neue Erkenntnis. Doch die Qualität und Reichweite dieser Netz-Aktivitäten vom brauen Rand der Gesellschaft nimmt durch die Unterwanderung Sozialer Netzwerke zunehmend beängstigende Formen an. Längst ist es nicht mehr so, dass eine Nazi-Seite auf den ersten Blick zu erkennen wäre, vielmehr verstecken sich rechte Ideologie und demokratiefeindliches Gedankengut heute hinter Parolen gegen “Kinderschänder”, den Euro und ähnliches.

Wie heute zu lesen, haben derartige Seiten bei facebook mehrere zehntauend Anhänger, die dort “gefällt mir” geklickt haben. Es ist anzunehmen, dass nur ein Bruchteil dieser Menschen weiß oder auch nur ahnt, dass hier ein starker Wind von rechts weht. Jeder, der ohne einen Blick hinter die Kulissen zu wagen, “gefällt mir” auf einer solchen Seite klickt, öffnet sein Profil für von braunem Denken durchsetzte Inhalte. Das wirklich Schlimme daran ist, dass die Inhalte auf eine subtile und schleichende Weise ins Bewusstsein der Menschen gelangen. Wenn man nur oft genug hört, dass der böse Euro schuld an allen Krisen ist, dann glaubt man´s irgendwann, bis schließlich auch ein Austritt aus der bösen (weil ja vom Euro regierten) EU gar nicht mehr so absurd erscheinen mag.

Hier wird mit emotionalen Mitteln politische Propaganda betrieben und jeder, der “gefällt mir” anklickt, macht sich selbst zum Werkzeug. Dies nutzt auf perfide Weise die Strukturen des Web2.0 für die Verbreitung demokratiefeindlichen, rassistischen und extremen Gedankengutes. Wie so oft im Leben lohnt hier ein zweiter oder dritter Blick auf das, was auf derartigen Seiten (nicht nur bei facebook) geschrieben steht. Hinter den vermeintlichen Kinderschützern stecken oft (natürlich nicht immer) Nazis, die sich hier ein dankbares Thema aussuchen, denn natürlich findet jeder Kinderschänder (wobei hier schon der gewählte Begriff herabwürdigen und stigmatisieren soll) abstoßend. Aber spätestens bei Rufen nach der Todesstrafe, die in unserem Land seit langem abgeschafft ist, und das aus guten Gründen, sollte, nein muss man hellhörig werden. Hier offenbart sich, unter dem Deckmantel des Gutmenschentums, die wirkliche Gesinnung und Absicht, die langsame aber konsequente Demontage demokratischer Grundsätze und Strukturen.

Beinahe alle Netzwerke bieten Möglichkeiten, Inhalte zu “melden”, die Ihnen aus irgend einem Grund verdächtig vorkommen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, denn nur auf diesem Wege kann im Netz rechtes Gedankengut bekämpft werden. Wer wegschaut und nichts tut, billigt stillschweigend, dass rechte Propaganda weiter das Netz verpestet.

Wenn Sie anonyme Beratung zum Thema in Anspruch nehmen möchten, steht Ihnen die “Online-Beratung gegen Rechtsextremismus” gern zur Verfügung.

Der Computer als bester Freund des Menschen?

In Zeiten, in denen internetsüchtige Jugendliche wahllos Computer hacken, in denen der Staat Zugang zu all unseren Heimcomputern hat und in denen soziale Netzwerke mit den Daten ihrer Mitglieder tun und lassen können, was sie wollen, fühlen sich Technikskeptiker bestätigt. Das Internet und die Maschinen scheinen sich gegen uns verschworen zu haben. Nichts ist mehr sicher. Am besten alles abschalten.

Doch die Technik bringt auch Gutes hervor. So arbeiten US-Forscher gerade an einer virtuellen Krankenschwester, die sich rund um die Uhr um das Wohl der Patienten kümmert und jederzeit für einen Plausch über das Wetter bereit ist. Erstaunlicherweise kommt „Elizabeth“ gerade bei “Technophoben” gut an, berichtet der Entwicklungsleiter Timothy Bickmore:

„Ältere Menschen scheinen besonders darauf anzusprechen“ […]„Sie hätten am liebsten noch länger mit dem Programm geredet, als wir ihnen erlaubt haben.“

Einem ähnlichen Ansatz folgend und schon erfolgreich im Einsatz ist die Therapierobbe Paro, ein flauschiger Roboter, der einem Heuler nachempfunden ist und bei der Pflege von Demenzkranken hilft.

Auch behinderte Menschen profitieren von den neuen Entwicklungen. So haben sich körperlich und auch psychisch Beeinträchtigte in der virtuellen Welt „Second Life“ einen eigenen Ort geschaffen, wo sie sich treffen und mit anderen, auch gesunden Menschen, austauschen – ganz ohne Vorurteile und ungewolltes Mitleid. Eine begeisterte Second Life-Nutzerin erzählt der taz von ihrem Leben in der Parallelwelt:

“[...]seit ich im Rollstuhl sitze, komme ich nicht mehr viel raus. Also habe ich nun hier ein Büro unter freiem Himmel. Wir sitzen in einer Dschungelszene, es gibt Palmen, und es ist sehr grün. Ich bin wirklich sehr gern hier.”

Und als wäre das alles nicht schon genug des Guten, gibt es auch noch Apps, die fit machen und trockene Alkoholiker vor dem Rückfall bewahren.

Nach dieser Bilanz kann sich der Hund als bester Freund des Menschen warm anziehen!