Archiv für Datenschutz

Telefonseelsorge Österreich mit eigenem Ressourcenmanagement in beranet

Die Telefonseelsorge Österreich nutzt seit einigen Tagen nicht nur ein beranetCMS, sondern hat darin auch ein ganz besonderes Schmankerl von uns serviert bekommen: einen Ressourcenplaner. Der ist auch nötig, denn bis zu 100 (!) Berater_innen werden für die TS Österreich gleichzeitig in der Online-Beratung tätig sein. Zur Online-Beratung gelangen Sie unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at.

Um eingehende Anfragen automatisch an freie Berater_innen zu verteilen und auch die korrekte Weiterleitung von Folgeanfragen der Klient_innen ohne enormen Verwaltungsaufwand vonseiten des Administrators zu gewährleisten, haben wir in enger Zusammenarbeit mit der TS Österreich ein mächtiges Werkzeug erschaffen: den beranet-Ressourcenplaner. Dabei hat der Ressourcenplaner stets im Blick, wieviele freie Ressourcen pro Woche zur Verfügung stehen, jede/r Berater/in kann jeweils angeben, wieviele Kapazitäten in den kommenden 12 Wochen frei sind.

Daneben kommt bei der TS Österreich noch eine weitere Anpassung zum Tragen: eingehende Anfragen werden nicht nur automatisch Berater_inne zugeordnet, sondern von diesen sofort übernommen. In Wechselwirkung mit dem neuen Zugriffskonzept für Mailanfragen (exklusiv in der neuen beranet-Version!) kann so sichergestellt werden, dass keine Anfrage von anderen Berater_innen eingesehen werden kann. So stellen wir uns effektiven Daten- und Klientenschutz vor!

Dass bei der Telefonseelsorge Österreich auch die neue One-Step-Beratung zum Einsatz kommt, müssten wir eigentlich nicht extra erwähnen. Schließlich erhalten alle neuen Einrichtungen und auch alle Umsteiger (Wussten Sie eigentlich, dass der Umstieg kostenlos möglich ist?) die One-Step-Beratung im Paket mit der neuen beranet-Version.

Interesse? Rufen Sie uns an unter 030 440 136 0 oder schreiben Sie an info@beranet.de.

Was macht eigentlich StudiVZ?

Alle reden von Facebook und Google+, aber was ist eigentlich mit dem guten alten StudiVZ? Die Nutzer verlassen das Netzwerk wie die sprichwörtlichen Ratten das sinkende Schiff und entern die moderneren Versionen. Aus Faulheit bleiben viele aber als Karteileichen zurück. Auch bei mir ist das ähnlich. Studi benutze ich nur noch für die Kommunikation mit Freunden, die noch nicht bei Facebook sind – und das werden immer weniger.

Auch wenn medial von allen Seiten auf Facebook eingedroschen wird (meist zu Recht!), irgendetwas scheint es ja richtig zu machen… oder studi falsch. Denn StudiVZ hatte, als Facebook zu uns rüberschwappte, sehr wohl eine Chance, seine Nutzer zum Bleiben zu bewegen. Denn die meisten führten zunächst parallel ein Profil auf beiden Netzwerken. Ich persönlich schätze studi nach wie vor wegen weniger (offensichtlichem) Datensammeln und mehr Übersichtlichkeit. Doch jetzt, wo auch die letzten meiner Freunde zu Facebook übergesiedelt sind, habe ich mehr und mehr das Gefühl bei StudiVZ Selbstgespräche zu führen. Auch VZ-Geschäftsführer Clemens Riedl gesteht ein, dass die Rückholung von ehemaligen Nutzern aussichtslos ist.

„Wir glauben nicht, dass die Nutzer von Facebook zurückkommen. Wir müssen uns auf die konzentrieren, die noch da sind.”

Deshalb wollen sich die Netzwerke – denn genau genommen sind neben studivz ja auch noch meinvz und schülervz betroffen – künftig eine Nische suchen, die die Konkurrenz noch nicht besetzt hat. Diese Nischenpolitik hat studi aber schon einmal verfolgt und mündete in der Aufsplittung von studi in die drei Netzwerke. Was sich nicht bewährt hat – wie man heute sieht.

Konsequent und professionell umgesetzt, könnte dies aber tatsächlich funktionieren. Doch was das Unternehmen bisher von seinen Neuerungen verraten hat und was man momentan selbst im Netzwerk testen kann, zeigt wenig Innovation (jeder User kann zur Zeit zwischen alter und neuer Version wechseln). Farblich  wurde von orange in sterileres weiß-rot gewechselt, Gruppen heißen nun Themen. Auffällt, dass studi sich an mehr Interaktion à la Facebook versucht, so bekommt man interessante Themen und Personen vorgeschlagen und es gibt einen Gruppenchat.

Ob sich SudiVZ neu positionieren kann, wird sich zeigen. Facebook hat aber einige klare Vorteile: innovative Technik und Internationalität. Zwar empfinde ich die ständigen technischen Neuerungen als eher störend…  die Internationalität ist aber der Grund, weshalb ich überhaupt zu Facebook gewechselt habe: Ich kann mit Menschen aus aller Welt Kontakt halten und sogar spontan mit Freunden aus Kenia auf Kiswahili chatten.

Trotz allem hat StudiVZ einen klaren Vorteil, den es zu nutzen gilt. Das schlechte Image von Facebook dank freizügiger Datenweitergabe. Der Konkurrent gerät momentan mehr und mehr in’s Fadenkreuz von Datenschützern, muss sich vor Gericht verantworten und viele Nutzer sind zumindest etwas vorsichtiger geworden. Wenn StudiVZ es schafft, sich ein Anti-Datenverkauf-Image zuzulegen statt auf die plumpe und nicht erfolgversprechende Nachmache von Facebook zu setzen, hätte es reelle Chancen, neue, skeptische Mitglieder anzuwerben oder gar zurückzuholen.

Und noch etwas zum Schmunzeln: Angesichts der aktuellen Facebook-Kontroverse wirkt ein Artikel der taz von 2007 über das böse StudiVZ und seine Gefahren unfreiwillig komisch: Vom StalkerVZ zum StasiVZ

„Minority Report“ wird Wirklichkeit: Kriminalitätsvorhersage dank Internet

Verbrechen zu bekämpfen, bevor sie passieren, das klingt gut und nützlich. Eine Zukunftsvision? Wie heise online kürzlich berichtete, arbeitet die US-Polizei bereits heute mit Methoden, um kriminelle Aktivitäten möglichst früh vorherzusagen – das Internet spielt dabei eine wichtige Rolle.

Doch wer den Film „Minority Report“ gesehen hat, ist skeptisch. Im Film von 2002 geht es genau um diese Thematik. Künftige Morde werden von übernatürlichen Wesen vorhergesagt. Dadurch hat die Polizei die Möglichkeit, die Täter, noch bevor sie zu Tätern werden, zu schnappen. So gibt es keine Opfer mehr. Doch das System ist fehlerhaft. Unschuldige werden verurteilt. Das wäre in der Realität in Ländern mit Todesstrafe besonders brisant… Schon heute gibt es genug unschuldig verurteilte.

Tom Cruise (ich mag ihn nicht, aber der Film ist wirklich spannend) veranschaulicht die Problematik im Film an Hand einer Kugel. Er rollt sie eine Bahn entlang, reflexartig fängt eine andere Person sie am Ende auf, bevor sie herunterfällt. „Wäre die Kugel wirklich heruntergefallen?“, fragt Cruise dann. Klar, denkt man zunächst, pure Physik. Doch übertragen auf die komplexe Welt der Verbrechen, ist diese Frage durchaus berechtigt. Wenn am Ende keine Morde begangen werden, weil vorher eingegriffen wurde, wie kann dann jemand dafür verantwortlich gemacht werden?

Ganz so krass wie im Film ist es in der Wirklichkeit aber (noch) nicht. Die Ermittler in den USA (und natürlich auch anderswo) stützen sich bei ihrer Arbeit besonders auf das Internet und soziale Netzwerke. Sie erfahren darüber beispielsweise, wann und wo sich berüchtigte Gangs treffen und wann es zu eventuellen Ausschreitungen kommen kann. Einsatzkräfte können dann rechtzeitig zur Stelle sein.

Eine solche Informationsanalyse, wie es der Fachmann nennt, ist aber auch nur möglich, wenn es Daten gibt und man auf sie zugreifen kann. Hier kommt das leidige Thema Staatstrojaner wieder in’s Spiel. Wie weit darf man bei der Überwachung gehen? Und ab wann steht der Datenschutz des Einzelnen hinter dem Interesse der Strafverfolgung oder Strafverhinderung?

Die Krux mit den Passwörtern

Sind wir mal ganz ehrlich: Niemand merkt sich gerne Passwörter, schon gar nicht komplizierte, die man dann auch noch ständig ändern soll. Und das in Zeiten, in denen das Langzeitgedächtnis durch Adressbücher auf Smartphone und PC abgeschafft wurde. So begehen Millionen Deutsche tagtäglich üble Passwortsünden (und geben dann in Umfragen an, sich im Internet nicht mehr sicher zu fühlen…).

Die fünf Passwort-Todsünden schlechthin sind:

1. Für mehrere Accounts das gleiche Passwort verwenden

2. Ein einfaches Wort als Passwort verwenden (kann durch Wörterlisten in Sekunden geknackt werden)

3. Passwörter selten ändern

4. Passwörter im Browser speichern (Der Dieb hat es dann – gerade bei mobilen Geräten – ganz leicht, auf alles Zugriff zu erhalten)

5. Passwörter aufschreiben (und dann am besten an den Monitor kleben!), ungeschützt auf dem PC speichern oder weitersagen

Dieser leichtfertige Umgang ist äußerst bedenklich, da der Datenklau auch im privaten Bereich rasant zunimmt, wie der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom, Dieter Kempf, warnt:

Der Trend geht eindeutig zum Ausspähen persönlicher Daten und Passwörter.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Diverse kostengünstige Passwortverwaltungsprogramme merken sich die komplexen Passwörter für uns. Man selbst braucht lediglich ein einziges „Master-Passwort“, um Zugang zu bekommen. Der Trick: das Master-Passwort tritt online nicht in Erscheinung und kann daher auch so gut wie nicht „gehackt“ werden. Zusätzlicher Service: die Programme generieren auf Wunsch selbst komplexe Passwörter. Dennoch ist Vorsicht geboten, garantiert sicher sind Passwörter und Daten nur im eigenen Kopf. Bisher zumindest…

Was passieren kann, wenn die eigene Identität erst einmal gehackt wurde, veranschaulicht dieser Erfahrungsbericht.

Petition fordert: Datenschutz soll Standard werden

„Ich weiß wer meine Daten hat und an wen er sie weitergibt.“ Wer das behauptet, ist entweder sehr naiv, ein dreister Lügner oder ein unbelehrbarer Optimist. Bestenfalls kann man das als hoffnungsvolle Zukunftsvision auslegen. Denn die Sammlung von personenbezogenen Daten passiert jederzeit, überall und meist unauffällig.

Der momentan wohl meist getretene, weil populärste, Datenkrake ist Facebook. Aber auch andere Online- und Offline-Dienste bereichern sich an unseren Informationen. Die einen mehr, die anderen weniger. Online-Shops, Gewinnspiele, Handys slotspie.ca sind da nur die offensichtlichsten… Wer soll da eigentlich noch durchblicken? Wer weiß schon noch, wo er sich vor fünf Jahren mal angemeldet hat, um einen Hamsterkäfig zu kaufen oder bei welcher „gemeinnützigen“ Organisation er sich zur Angabe seiner Daten hat hinreißen lassen? Besonders fies sind Dienstleistungen und Produkte, die schon so voreingestellt sind, dass sie meine Daten bereits bei der ersten Anwendung sammeln und übermitteln, ohne dass ich es mitkriege – und das ist heute leider trauriger Trend…

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat diesen kriminell anmutenden Trend erkannt und eine Petition gestartet, die das „Privacy-by-Default“ Prinzip fordert. Zu Deutsch: „Privatsphäre als Standardeinstellung“. Alle Geräte und Dienstleistungen müssten demnach von Vornherein so eingestellt sein, dass so wenig Daten wie möglich abgefasst werden. Der Benutzer muss dann selbst, sofern er es wünscht, die Funktionen aktivieren, die Datenübermittlung zur Folge haben. „Mühsam“ meinen manche, doch von dieser Regelung profitieren besonders die, die sich wenig mit Technik auskennen (wollen), meint auch vzbv-Vorstand Gerd Billen:

„Die Kontrolle über persönliche Daten darf kein Expertenprivileg sein”.

Gerade Kinder und Jugendliche sowie behinderte und ältere Menschen, die die Konsequenzen ihres Handelns schlecht einschätzen können, wären Gewinner dieser datenschutzfreundlichen Voreinstellungen. Aber selbst Technik-Experten bemängeln häufig die versteckten Sicherheitseinstellungen (z.B. das endgültige Löschen eines Facebook-Accounts). So profitieren am Ende alle:

„Viele Menschen verfügen nicht über die Fähigkeiten oder die (zeitlichen) Ressourcen, sich intensiv mit diesen Fragen (Anm.: Sicherheitseinstellungen) auseinander zu setzen.“ (Auszug Petitionstext)

Die Forderung des vzbv sieht auch die automatische Löschung inaktiver Benutzer-Accounts vor. Zwar vergisst das Netz nie, wie man so schön sagt, doch Löschen ist wohl immer noch die effektivste Eindämmung von Datendiebstahl – mal abgesehen von der (Un)Möglichkeit, seine Daten erst gar nicht preiszugeben.

Noch bis zum 4. Dezember können Sie die Petition unterschreiben, um das “Privacy-by-Default-Prinzip” zu unterstützen.

Eins ist schon jetzt klar: Die Unternehmen, die vom umfassenden Datensammeln profitieren, werden alles versuchen, die Umsetzung der Forderungen zu verhindern, denn gerade die technophoben und unbedarften Netznutzer sind die, die am leichtesten abzuschöpfen sind.

Doch es geht ja nicht darum, dass überhaupt keine Daten mehr weitergegeben werden (dann sollte man sich lieber vom Internet und der heutigen Welt verabschieden), sondern dass die Übermittlung transparenter wird und man eines Tages vielleicht wirklich sagen kann: „Ich weiß wer meine Daten hat und an wen er sie weitergibt.“

Nur naiv, oder doch verrückt?

Eine Warnung vorweg: der folgende Artikel könnte Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
Realitätsfremde Ideen im Hinblick auf das Internet und die Überwachung seiner Nutzer sind ganz offensichtlich nicht nur Steckenpferd deutscher Politiker, auch die Italiener teilen aus. Hier wird ein Ruf nach einer weitreichenden, nein, eher allumfassenden Überwachung des Internetdatenverkehrs laut, zu deren Durchsetzung eine virtuelle Blackbox eingesetzt werden soll, die zunächst erst mal alles speichert und im Fall des Falles geöffnet werden kann, um die Protokolle einzusehen. Natürlich, als Grund für derartige Spionagephantasien muss wieder Pädophilie herhalten.

Hierbei sollen die “Surfbewegungen sämtlicher EU-Bürger” überwacht werden, schreibt SpOn im Artikel. Na, kleine Brötchen backt Herr Motti hier wahrlich nicht. Naivität und eine gewissen Entfernung von der Realität muss er sich aber gefallen lassen, wird er doch mit den Worten:

“Wie eine Black Box in einem Flugzeug nur nach einem Unfall geöffnet wird, würden auch die von Logbox aufgezeichneten Daten nur im Falle wirklicher Notwendigkeit entschlüsselt.”

zitiert. Und, um dem Ganzen die Krone des Unsinns aufzusetzen, müsste auf jedem (!) Gerät mit Internetzugang eine Software installiert werden, die die entsprechenden Daten mitliest und speichert, so der Vorschlag von Herrn Motti. Und wir regen uns über den Staatstrojaner auf…wenn dieser schon Funktionen besitzt, von denen die Behörden nicht einmal wussten, dann ist schwerlich anzunehmen, dass Strafverfolgungsbehörden nur in Einzelfällen auf solche Daten zugreifen würden (Stichwort: “wirkliche Notwendigkeit”).

“Wir wollen die anständigen Bürger in der EU schützen”

heißt es weiter. Ja, is´klar. Klingt ein wenig nach der Bild-Zeitung, die gern mal Straftätern und anderen auf die schiefe Bahn Geratenen (gern auch Verdächtigen, deren Schuld in keinster Weise bewiesen ist), diverse Grund-, Bürger- und wahlweise auch Menschenrechte aberkennen und sie pauschal zu Monstern erklären. Wie anständig kann es bitte sein, tiefgreifend in die Privatsphäre aller (!) Bürger der EU (das sind mit ca. 500 Millionen ja auch lächerlich wenige, verglichen mit facebooks Nutzerzahlen) eingreifen zu wollen, um in Fällen “wirklicher Notwendigkeit” eingreifen zu können. Solche eine pauschale Datenspeicherung wird facebook & Co. vorgeworfen und plötzlich soll genau dasselbe zum Schutz der Bürger sinnvoll sein?

Mal ganz abgesehen davon, dass es wahrscheinlich nicht einmal einen Tag dauern würde, bis findige Aktivisten einen Hack für die Schnüffelsoftware entwickelt hätten…

Die spinnen, die Rö…ähhh, Italiener.

Türkei vermarktet Internetzensur in Paketen

Ab Ende diesen Jahres sollen türkische Bürger nun die Wahl haben zwischen drei verschiedenen Internetpaketen: „Kinder“, „Familie“ oder „Grundpaket“. Wobei das Wort „Wahl“ hier eher als die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera zu verstehen ist. Denn, wie die taz berichtet, plant die AK-Partei um Regierungschef Erdogan, ein leicht abgewandeltes Paketangebot umzusetzen, das im Mai bereits heftige Proteste mit dem Slogan „Don‘t touch my internet“ auslöste.

Die drei Pakete sollen laut türkischer Regierung Familien und Kinder vor pornografischen oder anderen anrüchigen Internetinhalten schützen. Entsprechend einer Liste sind Teile oder ganze Webseiten im Voraus für die Anwender gesperrt – zumindest im Kinder- und Familienpaket. Das Grundpaket soll entgegen anfänglicher Pläne aber erst einmal unzensiert bleiben. Wie lange das so bleibt, ist fraglich. Denn bereits jetzt werden immer wieder regierungskritische Youtube-Inhalte oder Bloggerplattformen gesperrt. Der Internetnutzer bekommt dann eine schlichte Fehlermeldung.

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2 Klicks für den Datenschutz

Ob Facebook-Daumen, Twitter-Vögelchen oder Googles +1… Die kleinen Buttons sozialer Netzwerke finden sich mittlerweile auf fast jeder Website im Internet, die hip und interaktiv daherkommen will. Sie laden dazu ein, seine Meinung über den Inhalt einer Seite, einen Zeitungsartikel oder ein peinliches Promi-Foto beispielsweise,  mit anderen zu teilen. Doch bisher wissen wohl nur die wenigsten, was diese unscheinbaren Symbole heimlich eigentlich noch so alles tun.

Dieses Wissen ist besonders für die interessant, die bisher dachten „Wenn ich nicht bei Facebook mitmache, kann es mir auch keine Daten klauen“. Weit gefehlt! Denn, wie heise online und taz.de berichten, übermittelt eine Website, die die Buttons eingebettet hat, schon beim Laden der Seite Informationen an Facebook & Co – egal ob Sie auf den Button klicken oder überhaupt dort Mitglied sind. Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer Thilo Weichert mahnt  im Gespräch mit der taz:

“Jeder Klick auf einer Seite, wie lange ich darauf bin, für was ich mich interessiere, kann Facebook nachvollziehen”

Wie das technisch genau von statten geht, können Sie hier nachlesen und was Facebook offiziell dazu sagt, hier.

Spätestens damit ist klar, dass man nicht selbst in der Hand hat, was für Daten man an soziale Netzwerke preisgibt, es sei denn man meidet den Besuch solcher Internetseiten. Dann kann man aber auch gleich den Stecker ziehen… Die heimliche Datenabfassung dient, wer hätte das gedacht, Facebook selbst und den Partnerseiten, indem sie Informationen über User sammeln können. Und je mehr Daten über die Zeit zusammenkommen, desto leichter lassen sich umfassende User-Profile erstellen. Inwieweit die so erfassten Daten für Facebook tatsächlich nützlich oder gar einer bestimmtem Person zuzuordnen sind, ist allerdings nicht ganz klar. Fest steht aber, dass – vom Nutzer unkontrollierbar – Daten übermittelt werden.

Eine kleine Avantgarde von Webseitenbetreibern wehrt sich aber bereits gegen die automatische Datenerfassung der kleinen Buttons. Allen voran heise online. Die haben nämlich harmlose Buttons entwickelt, die der User erst anklicken muss, damit sie aktiv werden. Das heißt, der User bestimmt selbst, ob Daten an Dritte übermittelt werden sollen – ohne seine Erlaubnis passiert gar nichts. Das 2-Klick-Modell ist frei verfügbar und jede Website kann es bei sich einbinden.

Die ideale Kombination, um seinen Usern Datensicherheit zu garantieren, ohne gleichzeitig auf die Vernetzung mit Facebook & Co verzichten zu müssen!

Der twitternde Kühlschrank

Immer wieder Hundefutter, Hundespielzeug, Hundebademäntel… Wieso lacht mich von allen Websites die gleiche Werbung an? Die Antwort ist klar: personalisierte Werbung – im Prinzip längst ein alter Hut. Doch die Entwicklung geht weiter, die Personalisierung von Angeboten im Web wird sich zukünftig noch mehr ausweiten.

Suchmaschinen finden für einen dann nicht mehr nur gesuchte Schlagwörter im Netz, sie wissen schon im Vorhinein genau, wonach Sie suchen. Wie welt.de berichtet, weiß die Maschine dann zum Beispiel, ob Sie mit dem Suchbegriff „Bank“ eine Parkbank oder ein Geldinstitut meinen. Genauso muss ich dann, wenn ich für meinen Hund online shoppen gehe, nicht mehr lästig selbst suchen. Stattdessen sehe ich, sobald ich eine Seite aufrufe, sofort Produkte, die dem Alter und der Rasse meines Vierbeiners entsprechen.

„Praktisch“ meinen die einen, „gefährlich“ warnen die anderen. Denn die Voraussetzung für solche Funktionen sind unsere privaten Daten, die im Internet mehr oder weniger legal gesammelt wurden. Das funktioniert zum Beispiel ganz offiziell über Google Mail, Facebook & Co. Dagegen wehren kann man sich kaum. Denn auch, wenn man selbst nicht aktiv im Netz unterwegs ist, kursieren dort von fast jedem Informationen: Die Website des Sportvereins, der Arbeitsstelle oder Fotos, die Freunde netterweise von einem eingestellt haben.

Die „Personalisierung“ – im wahrsten Sinne des Wortes – geht aber noch weiter. Gegenstände sollen bald online gehen und ihr eigenes Netzwerk bekommen, worüber sie miteinander kommunizieren können. So gibt es in den USA schon einen Kühlschrank, der twittern kann. Wieso? Weil es geht!

Lieferung von Viren frei Haus

Online lauern viele Gefahren. Datendiebe setzen ihren digitalen Raubzug durchs Internet fort und richten bei Privatleuten wie öffentlichen Institutionen großen Schaden an. Aber Gefahr lauert auch ganz woanders: Ein nicht neuer, aber bisher unter der Decke gehaltener Aspekt ist, dass bereits neu erworbene Hardware virenverseucht sein kann.

An’s Licht gekommen ist dieser Skandal während einer Ausschusssitzung im US-Repräsentantenhaus. Ein Vertreter des Heimatschutzministeriums gab zu, dass es Fälle von vorinfizierter Hardware gab, die aus dem Ausland in die USA importiert wurde. Das „Geständnis“ erfolgte aber erst nach mehrfachen Ausweichversuchen auf die Frage eines US-Abgeordneten (äußerst unterhaltsam dazu das Video auf spiegel.de ;) ). Schon länger wird vermutet, dass solch schädliche Geräte in Ostasien produziert und (bewusst) infiziert werden.

Doch, auch wenn diese Tatsache zunächst einmal sehr beunruhigend wirkt, besteht kein Grund zur Panik. Absichtliche Angriffe mit infizierter Hardware sind nicht besonders effektiv, weil man das Ziel nicht genau bestimmen kann. Das Risiko, von derartigen Attacken betroffen zu sein, ist also eher gering. Hackerangriffe über das Internet sind da um einiges wahrscheinlicher. Deshalb gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge!