Ohm-Hochschule sucht ProjektmitarbeiterIn

Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule, die zweitgrößte ihrer Art in ganz Bayern, sucht nächstmöglich einen Projektmitarbeiter/ eine Projektmitarbeiterin für die Fakultät Sozialwissenschaften zur Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Bewerbungen sind bis zum 21.09.2012 an Personalabteilung@ohm-hochschule.de zu schicken.

Mehr Infos unter: http://www.ohm-hochschule.de/seitenbaum/home/jobs/stellenangebote-an-der-georg-simon-ohm-hochschule/projektmitarbeiterin-projektmitarbeiter/page.html

Seminar: „Du kannst keine Nachricht ohne Inhalt senden“

… das ist an sich nichts Neues, für die Online-Beratung ist diese Erkenntnis aber noch einmal bedeutender, da das geschriebene Wort den Inhalt einer Nachricht ohne Mimik und Gestik transportieren muss und so eine besondere Herausforderung für die BeraterInnen darstellt.

Deshalb bietet der neuhland e.V. das Seminar „Du kannst keine Nachricht ohne Inhalt senden“ – Besonderheiten und Methodik der Chatberatung an. Referentin ist Dipl.-Pädagogin Petra Risau, Lehrbeauftragte für Online-Beratung an der Universität Heidelberg.

Themen:
- Einsatzbereiche, Möglichkeiten, Besonderheiten, Vorteile und Begrenzungen der Chatberatung
- Simulation Chatberatung (Einzel-Gruppenchat)
- Fallbeispiele aus der Praxis
- Methodik Chatberatung

Wann: 14.9.2012, 09:00 – 17:00

Wo: Nikolsburger Platz 6, 10717 Berlin

Weitere Infos: http://www.neuhland.net/tagungen/fortbildung.php

AWO Online-Beratungsportal wächst und gedeiht

Das bundesweite Online-Beratungsportal des AWO Bundesverbandes freut sich über den Zulauf weiterer Beratungsstellen, die ab jetzt mit beranet online beraten. Die Online-Beratung liegt der AWO neben den klassischen Beratungsstellen besonders am Herzen. Denn so können auch Menschen erreicht werden, die körperlich eingeschränkt sind, einen weiten Anfahrtsweg haben oder einfach anonym bleiben möchten.

Das Portal gibt es nun schon seit gut einem halben Jahr und bietet Klientinnen und Klienten einfache und konkrete Hilfe an einem zentralen Ort im Internet. Per georeferenzierter Postleitzahlsuche können AWO-Beratungsstellen in der Nähe schnell und unkompliziert gefunden werden. Wenn der Weg zu weit scheint, sind die Online-Beratungsstellen immer eine gute Alternative.

Wir freuen uns gemeinsam mit dem AWO Bundesverband über das positive Feedback zum Portal und blicken gespannt in eine sicherlich erfolgreiche Zukunft.

Schon gewusst? Alle interessierten AWO-Beratungsstellen können zu vergünstigten Konditionen im Rahmen des Portals in die Online-Beratung einsteigen.

SOS: Sozialpädagoge gesucht!

Das SOS-Familienzentrum Berlin sucht für die Erziehungs- und Familienberatung zum nächstmöglichen Termin in Vollzeit eine/-n

Sozialpädagogin (m/w)

mit einer kinder- und jugendlichentherapeutischen Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt Säuglings- und Kleinkindberatung.

Das Aufgabengebiet umfasst:

• Erziehungs- und Familienberatung
• Kinder- und Jugendlichentherapie
• aufsuchende Beratung von Schwangeren und Eltern mit Kindern im Alter von 0 – 5 Jahren
• Diagnostik und Therapie von Säuglingen und Kleinkindern und deren Eltern
• Onlineberatung
• Zusammenarbeit mit Kliniken, Arztpraxen, Institutionen

Bewerbungen bis 27.04.2012 an:

SOS-Familienzentrum Berlin
z.H. Herrn Walter
Alte Hellersdorfer Str. 77
12629 Berlin
fz-berlin@sos-kinderdorf.de
www.sos-mitarbeit.de

Laden Sie sich die komplette Stellenausschreibung hier herunter: Interne_Ausschreibung_41_Sozialpaedagoge_FZBerlin_120402

Teil II/IV: Die „Erwerbstätige Medienpragmatikerin“

Wie der Name schon sagt, steht dieser Typ von Klient mit beiden Beinen fest im Berufsleben. Er oder sie ist gut ausgebildet und hat schon so seine Erfahrungen in der Welt gemacht. Entgegen dem Klischee, ist der Erwerbstätige Medienpragmatiker weder jung, noch technikaffin. Er ist dem Jugendalter schon lange entwachsen und sieht Technik und Internet lediglich als „Mittel zum Zweck“. Die Pragmatiker hätten auch keine Scheu, eine Beratungsstelle aufzusuchen, wenn sie die Zeit dazu hätten.

Dementsprechend sind auch die Erwartungen an die Online-Beratung völlig andere, als die der anderen Kliententypen. Dr. Marc Weinhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft und Begründer der Kliententypen, beschreibt diese so:

Zeitliche Flexibilität und die Geschwindigkeit des Mediums sind ihnen im Unterschied zu den anderen KlientInnentypen am wichtigsten.[…]Sie finden E-Mail-Beratung praktisch, weil der Zwang nach terminlichen Absprachen entfällt. http://e-beratungsjournal.net

Und auch die Anliegen, mit denen Erwerbstätige Medienpragmatikerinnen sich an die Berater wenden, unterscheiden sich: Eine voll berufstätige Mittdreißigerin, vielleicht alleinerziehend mit zwei Kindern und Einfamilienhaus, hat eben andere Sorgen, als eine 13-jährige Hauptschülerin. Weinhardt beschreibt sie grob als „komplexe soziale Problemlagen“.

Genauso unterschiedlich erfolgt dann auch die Beratung. Denn die Erwerbstätige Medienpragmatikerin bringt schon einen über die Jahre gut gefüllten Rucksack an Erfahrungen und verwobenen Problemen mit, den es auszupacken gilt. Hier hat der Berater ganz andere Ansatzmöglichkeiten und braucht vielleicht etwas länger, um die Hintergründe zu erforschen.

Haben Sie schon mal so einen Typen beraten?

(Worum geht es hier eigentlich?)

Teil I/IV: Der „Zurückgezogene DauerKlient“

Der typische Zurückgezogene DauerKlient ist Single. Generell hat er nicht viele enge Freunde und lebt eher isoliert. Er oder sie ist ein junger Erwachsener und befindet sich noch in schulischer oder beruflicher Ausbildung auf niedrigem bis mittlerem Niveau. Seine Perspektiven sind deshalb unsicher.

Unsicher beschreibt auch den wesentlichen Charakterzug dieses Kliententyps. Er oder sie hat seinen Platz im Leben noch nicht gefunden und lässt sich leicht von seinen Mitmenschen beeinflussen. So lassen sich vermutlich auch die wenigen sozialen Kontakte erklären. Dr. Marc Weinhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft und Begründer der Kliententypen, beschreibt den Zurückgezogenen DauerKlienten mit einer

Tendenz zum Rückzug [und einem hohen] Sicherheits- und Autonomiebedürfnis

Den Wunsch nach Kommunikation hat der Zurückgezogene DauerKlient aber sehr wohl. Dazu nutzt er das Internet intensiv als Ersatz für Live-Kontakte. Hier fühlt er sich außerdem sicher und anonym, weshalb auch die Online-Beratung für ihn interessant ist. Weinhardt vermutet, dass der DauerKlient sich wegen seiner schüchternen Art nur schwer für eine face-to-face Beratung erreichen lässt. Hier erreicht Online-Beratung also Menschen, die sonst wohl keine Hilfe in Anspruch nehmen würden bzw. könnten. Weinhardt fasst zusammen:

[Die Zurückgezogenen DauerKlientInnen] versprechen sich eine längerfristige Begleitung, in der sie im anonymen, geschützten Rahmen und außerhalb direkter persönlicher Begegnungen ihre insgesamt wohl schwierigen Lebensgeschichten verhandeln. http://e-beratungsjournal.net

Die Themen der DauerKlientInnen sind vielfältig. Weinhardt vermutet darunter als Hauptthemen die eigene „persönliche Reifung“ und „die Besprechung erlittener Kränkungen“. Wegen dieser eher unspezifischen und umfassenderen Themen erstreckt sich die Dauer der Beratung oft über einen langen Zeitraum.

Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen mit Zurückgezogenen DauerKlientInnen.

(Worum geht es hier eigentlich?)

Alles eine Frage des Typs

Online-Beratung erreicht in erster Linie genau ein Publikum: diejenigen, die online sind. Viel mehr wird über die Spezies „Online-Klient“ nicht gesagt und die Attribute „technikaffin“ und „jung“ müssen immer wieder als allgemeine Beschreibung der Zielgruppe herhalten.

Dabei brachte eine Studie der Uni Tübingen bereits vor einiger Zeit Licht ins Dunkel und beschäftigte sich damit, wer diese Online-Klienten denn nun wirklich sind. Dr. Marc Weinhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft, unterteilte die Klienten an Hand der Ergebnisse in vier Typen und gab ihnen so ein Gesicht. Weinhardt schließt aus der Studie:

E-Mail-Beratung hat angesichts der verschiedenen Nutzergruppen also nachweislich das Potential, als universelles Medium unterschiedliche Beratungsanlässe zu bearbeiten.

In den nächsten Wochen lesen Sie hier mehr über die vier Kliententypen. Mit Sicherheit werden Sie einige Ihrer Ratsuchenden darin wiederfinden.

Der Geruch der Online-Beratung

Kann man Online-Beratung riechen und hören? Ja und Nein. Zumindest wohl etwas weniger, als Face-to-Face Beratung. Denn bei dieser haben die Berater eine viel größere Flut an Sinneseindrücken zu bewältigen. Das hat sein Gutes, aber auch so seine Tücken.

Wenn zum Beispiel eine jugendliche Klientin mit fettigem Haar und Piercings in zerrissenen Klamotten und mit einer üblen Döner-Fahne in Ihre Beratungsstelle kommt, werden Ihnen, so professionell und objektiv Sie auch sein wollen, sofort Vorurteile in den Kopf schießen. Noch bevor die junge Frau den Mund aufmacht, haben Sie ein Bild von ihr im Kopf. Und das lässt sich nicht so leicht ändern, schon gar nicht, wenn dann auch noch die Sprache dazu passt:

Ein […] wenig beachtetes, aber durchaus wichtiges Element ist die Stimme. Klang und Stimmführung, Dialekt oder auch Sprechstörungen lösen in gleicher Weise Zu- oder Abneigung aus.

Ganz anders im Netz. Ob bei der Online-Beratung, in einem Forum oder bei Facebook. Menschen, die wir nicht kennen, können wir dort nur an Hand ihres Geschriebenen oder bewusst gewählter Fotos beurteilen. Geruch, Stimme und Outfit existieren hier nicht. Das eröffnet Chancen für eine objektivere, problemorientiertere Beratung, in der sich Berater und Klienten ganz auf das Thema konzentrieren können.

Aber auch online kann die Sprache bzw. die Schreibe eines Klienten den Berater ein Stück weit beeinflussen. Wer eine ordentliche Rechtschreibung vorweisen kann und sein Problem strukturiert und reflektierend schildert, wirkt zunächst einmal anders, als jemand, der wirr und mit Fäkalsprache alles direkt herausschreibt.

Aussagen muss das über den Klienten noch lange nichts. Klar, stimmen bestimmte Stereotypen oft mit der Realität überein – gerade Berater und Beraterinnen haben da sicher so ihre Erfahrungen. Doch Vorurteile können den eigentlichen Beratungsprozess beeinflussen und von ihm ablenken. Deshalb gilt es, so objektiv wie möglich an eine Beratung heranzugehen, dabei aber natürlich nie die Menschlichkeit außer Acht zu lassen.

Haben Sie ähnliche, oder vielleicht ganz andere, Erfahrungen in Online- und Offline-Beratung erlebt?

Onlinesucht – die dunkle Bedrohung

Dunkel ist die Bedrohung in erster Linie, weil die Forschung beim Thema Onlinesucht bisher im Dunkeln tappt. Es ist weder klar, ob Onlinesucht eine Form von Glücksspiel- oder Computerspielsucht ist, noch ob es sie überhaupt gibt. Viel wahrscheinlicher erscheint, dass Menschen, die viel im Netz unterwegs sind, andere Probleme kompensieren. Zu Recht fragt Spiegel Online-Autor Konrad Lischka:

Ist jemand, der stundenlang Onlinespiele nutzt, nun süchtig nach dem Internet oder nach Computerspielen? […] Ist jemand onlinesüchtig, wenn er zu lange mit seinen Freunden bei Facebook kommuniziert? Oder fällt unter Onlinesucht nur exzessives Onlineshoppen und Onlinepokern? Aber ist Spielsucht nicht immer Spielsucht – online wie offline? Und gibt es, analog zum übermäßigen YouTube-Konsum, vielleicht auch eine Offline-Fernsehsucht?

Egal, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans will trotzdem schon mal was tun. Sie hat eine neue „Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik” erarbeitet und will die ominöse Onlinesucht durch Prävention bekämpfen und sie als offizielles Krankheitsbild einführen.

Die etwas übermotivierte Reaktion der Drogenbeauftragten ist aber nicht ungewöhnlich. Schon oft konnte man beobachten, wie Politiker gehobenen Alters Debatten und Restriktionen zum Thema Internet oder Computerspielen angeregt haben, obwohl sie selbst wohl nicht einmal einen Facebook-Account einrichten könnten, geschweige denn schon einmal ein Computerspiel gespielt haben.

Die Onlinesucht jedoch gilt als bewiesen. Zumindest, wenn man der PINTA-Studie glauben möchte, auf die sich die Drogenbeauftragte beruft. Die Forscher haben auf Grund dieser 560000 Deutsche für onlinesüchtig erklärt. Eine Definition von Onlinesucht haben sie nicht mitgeliefert, auf Ursachenforschung wurde auch verzichtet…

Schade eigentlich. Denn das Thema ist an sich wichtig und erforschenswert. Doch mit solch vorschnellen Aktionen, die das Thema nur oberflächlich abspeisen, bewirkt man herzlich wenig.

Vielleicht entdeckt die Drogenbeauftragte ja auch bald die Sucht nach Online-Beratung?;)

Das Gemeine am Gemeinten

Kommunikation, und in erster Linie die Sprache in Wort oder Schrift, bildet die Basis einer jeden Beratung. Wenn Berater und Klient sich nicht austauschen, kann keine Beratung stattfinden. Doch die Sprache kann auch ein Hindernis sein. Denn besonders in emotionalen Situationen, fällt es schwer, die passenden Worte zu finden und seine Gefühle und Gedanken genau so wiederzugeben, wie sie sich anfühlen.

Der Leiter der Telefonseelsorge Hagen-Mark, Dr. Stefan Schumacher, begründet das damit, dass man die Komplexität der Welt bei der Wiedergabe durch die Sprache automatisch vereinfacht und auch vereinfachen muss. Denn die Welt in all ihren Facetten zu beschreiben, ist uns Menschen nicht möglich. Deshalb sagt er:

„[Die Sprache] bildet die Oberflächenstruktur einer Mitteilung, die uns der/die Ratsuchende macht. Darunter verbergen sich die „tatsächlich gemeinten“ Aussagen in einer Tiefenstruktur.“ http://www.e-beratungsjournal.net

Das tatsächlich Gemeinte herauszufinden, fordert Beraterinnen und Berater jeden Tag auf’s Neue heraus, ist aber unerlässlich für eine gute Beratung. Je besser ein Berater hinter die Fassade blickt, desto effektiver verläuft die Beratung. Denn nur so kann, wie Schumacher berichtet, herausgefunden werden,…

„an welchen Stellen blinde Flecken, ungenutzte Ressourcen oder unberücksichtigte Perspektiven schlummern.“ http://www.e-beratungsjournal.net

In der Online-Beratung ist dies umso wichtiger, weil Gestik und Mimik sowie Tonfall, die sonst Hinweise auf das tatsächlich Gemeinte geben, wegfallen. Andererseits kann der Berater durch die Schriftlichkeit (->„Schreiben hilft!“) bestimmte verzerrende Phrasen leichter identifizieren und dem Klienten direkt vor Augen führen. Aus „alle denken, ich bin doof“, wird dann schnell ein differenzierteres „Lehrer X hat einmal gesagt, ich bin in Mathe eine Null“, an dem man ansetzen kann.

Wie praktisch wäre doch ein Programm, das in der Mailberatung automatisch verallgemeinernde und verzerrende Formulierungen markiert – und dem Berater am besten gleich eine konkretisierende Frage vorschlägt. Machbar wär’s. Was meinen Sie?